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Women Empowerment: 7 Schritte für deine Karriere

Women Empowerment. Bild: es.war.einmal../photocase.de

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[Gastbeitrag* von Ariane Vera**] Wir haben es oft gesehen und noch viel öfter gehört: Männer melden sich in Meetings, Frauen auf dem Elternabend. Mittagspause im Büro versus Mittagsschlaf der Kinder. Ob die Einführung der Frauenquote nun den lang ersehnten Wandel bewirkt, sei einmal dahingestellt. Gut ist zu sehen, dass sich etwas tut. Noch viel besser aber ist es, aktiv zu werden und selbst etwas zu tun.

Bild: es.war.einmal../photocase.de


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Women Empowerment ist eine Einstellung. Es ist die Erkenntnis über eigene Stärken und Talente, ein Bewusstwerden der Selbstverständlichkeit, diese weiterzuentwickeln und zu entfalten. Women Empowerment bedeutet, Frauen Perspektiven nach oben zu bieten und Raum zu schaffen, in dem die Selbstentfaltung einen Platz findet.
Karriere ist weitaus bunter als ein schwarzer Bleistiftrock und High Heels. Es bedeutet nicht, sich „aufzugeben“ oder „zu verlieren“, ganz im Gegenteil. Es bedeutet sich zu verwirklichen, in allen möglichen Bereichen und Berufsfeldern. Karriere ist ein unaufhaltsames Streben danach, mitzugestalten und zu bewegen.

Wie das geht?

  • Muskeln trainieren.
  • Das Beste geben, Tag für Tag.
  • Gewohnheiten umstellen und aus der Reihe tanzen.
  • Übung macht den Meister.

(1) Stift und Papier

Im Gegensatz zu Laptop und Co ziehen wir mit einem analogen Notizbuch keine Dornenhecke vor uns hoch, die uns nicht nur den Blick auf die umliegenden Gärten raubt, sondern ebenso die Nachbarn davon aufhält, sich mit uns zu unterhalten. Das wäre ein Fehler. Denn Empowerment ist Kommunikation, Austausch mit anderen und Vernetzung. Ideen müssen gesammelt und notiert werden. Ein Notizblock passt in jede Handtasche, braucht weder Akkukabel noch Steckdose und ist auch bei strahlendem Sonnenschein noch lesbar. Ein Stück Unabhängigkeit, der passende Begleiter auf dem Weg in die richtige Richtung. Erster Schritt: legt ein Notizbuch an.

(2) Talente und Interessen finden

Talente sind jene Dinge, die zu besten Ergebnissen mit geringstem Aufwand führen. Jene Dinge, die das Lexikon mit „Leidenschaft“ betitelt. Für Talente vergessen wir die Zeit, stehen gerne morgens auf und opfern ohne Wimpernzucken unsere Mittagspause.

Beantwortet euch dabei die Fragen:

  • Womit habe ich als Kind schon gerne und viel Zeit verbracht?
  • Über was kann ich mich stundenlang unterhalten?
  • Wofür kann ich nicht nur mich, sondern auch andere begeistern?
  • Mit was beschäftige ich mich am meisten in meiner Freizeit?
  • Was fällt mir leicht?

Das Notizbuch macht es möglich, die Antworten zu notieren. Nun hast du sie schwarz auf weiß: deine Talente, größten Interessen, Leidenschaften und Stärken.

(3) Finde deine Geschichte

Mehr noch: schreibe deine Geschichte (Notizbuch!). Wofür stehe ich? Welche Werte sind mir wichtig? Was zeichnet mich aus? Wo war ich bisher, wo stehe ich jetzt und wo möchte ich hin? Einen ganzen Roman zu verfassen, wäre reine Zeitverschwendung. Vielmehr geht es darum, den ersten Satz zu formulieren, die Empfehlung auf der Rückseite des Umschlags, eine kurze Notiz. Verschaffe dir Überblick über das, was du bisher erreicht hast und die Ziele, die du noch erreichen möchtest.

(4) Erstelle einen Plan

Es ist nicht naiv zu planen. Es ist nur naiv zu denken, dass immer alles nach Plan verlaufen wird. Dinge verändern sich, Umstände verändern sich und ja, auch wir verändern uns. Sich zu entfalten ist ein Prozess. Eine andere Richtung als die bisherige einzuschlagen und auf neues Terrain zu treten ist immer mit einer persönlichen Entwicklung verbunden. Sei offen für Veränderungen und Anpassungen, flexibel genug um Umwege zu gehen, aber verliere dabei nie das Ziel aus den Augen. Wichtig ist auch: plane in kleinen Schritten. Keiner erzielt gute Ergebnisse ohne Anlauf vor dem Sprung.

(5) Selbstvertrauen

Hier eine erschreckende Tatsache: Frauen bewerben sich oft nicht, weil sie glauben, die Anforderungen der Jobbeschreibung nicht hundertprozentig erfüllen zu können.
Anstatt Erfolge auf unser Können und unsere Eigeninitiative zurückzuführen, erklären wir sie gerne mit dem Zufall. Dabei ist es kein Selbstlob, zu seinen Fähigkeiten zu stehen, sondern Ehrlichkeit. Selbstvertrauen ist der stärkste Wind in den Segeln. Es wird Zeit, die Zweifel über Bord zu werfen und die Bewerbung abzuschicken.

(6) Selbstreflexion und Feedback

Es ist alles eine Frage der Perspektive: zu scheitern bedeutet nicht aufzugeben, sondern zu wachsen. Eine Absage ist eine Möglichkeit, nach Feedback zu fragen. Kritik kann hart sein, aber immer hilfreich, denn nur Fehler, die man kennt, können vorgebeugt werden. Ein Blick von außen ermöglicht uns außerdem, über unser eigenes Verhalten zu reflektieren und sich über Gewohnheiten und Präferenzen bewusst zu werden. Je mehr wir darüber erfahren, wie wir auf unser Umfeld wirken, desto mehr können wir lernen, gezielt in unserem Umfeld zu wirken. Wie kommunizieren wir? Wie gehen wir an Herausforderungen heran? Worauf achten wir, wenn wir unsere Zeit einteilen? Was erwarten wir von den Mitgliedern eines Teams? Wie gehen wir mit Stress um? Ein Glück, dass wir schon lange ein Notizbuch angelegt haben.

(7) Verhandeln

Beim Verhandeln gilt: sich mit der zweitbesten Lösung zufrieden zu geben, führt höchstens zu Reue. Ein Kompromiss sollte das beinhalten, was uns wichtig ist. Andernfalls sind wir aus der Tür. Verhandeln ist Menschenkenntnis, Mut und Kalkül. Empathie ist wichtig – zum Verhandeln gehört auch, genau zu verstehen, was die Ziele des Verhandlungspartners sind.
Zuhören ist ebenso wichtig wie argumentieren. Verhandeln ist eine Kunst – und je länger wir üben, desto besser werden wir.

Women Empowerment ist sich selbst zu bewegen, um etwas zu bewegen.
Es ist leicht sich mit der Erkenntnis zufrieden zu geben: es gibt wenig Möglichkeiten. Nun gut, das mag sein. An der Oberfläche treiben sich die Fische nur selten herum. Um das Korallenriff zu sehen, muss man tauchen gehen.
Erkennen, erschaffen und erstreben wir selbst Möglichkeiten. Machen wir uns die Welt, wie sie uns gefällt. Wir lehnen uns nicht im Sattel eines galoppierenden Pferdes zurück, wir tragen unser Pferd mit einer charmanten Selbstverständlichkeit ganz alleine über die Ziellinie.

*Gastbeiträge werden von der Redaktion ausgewählt, bearbeitet und für Business Ladys aufbereitet. Sie müssen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wiedergeben. Wenn du auch Interesse an einem Gastbeitrag hast, sprich uns gern an!

Buchtipps & Links:

  • Ein guter Plan: Mit dem wunderschön gestalteten Buch kann du sowohl deine Tage gestalten wie auch reflektieren, Ziele festlegen und vieles mehr.
  • Wenn du das mit dem Stift und Papier so richtig angehen möchtest, legen wir dir „Frau Hölle“ aka Tanja Capell ans Herz. Ihr Blog zu Visualisierung, Handlettering und Sketchnotes ist wunderschön anzusehen – und regt vor allem zum Nachmachen an!

Ariane Vera schreibt als Kolumnistin über Entrepreneurship, bloggt über Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung, ist als Singer-Songwriter in Bars und Cafés unterwegs, läuft auch gegen die Windrichtung am Strand entlang und schwimmt sonst, bevor sie vom Winde verweht wird, täglich ihre Bahnen im Hallenbad. Sobald abends die Klappe des Laptops zufällt, treten beim Tango und Salsa ihre lateinamerikanischen Wurzeln auf die Tanzfläche. Für ihr Studium der Internationalen Beziehungen und Englischen Literatur, dank dessen sie die Bücherregale der Bibliotheken an der Universität Tübingen und des Trinity Colleges in Dublin kennen lernen durfte, bereitet sie sich derzeit auf ihre Bachelorarbeit an der University of Aberdeen vor, der sonnigsten Stadt Schottlands.

  1. „Karriere ist ein unaufhaltsames Streben danach, mitzugestalten und zu bewegen.“ – sehr schöner Satz!

    Ariane Vera hat einen tollen, weil schmissigen (Hilfe, kann ich diesen Begriff noch benutzen, ohne altmodisch zu wirken?) Schreibstil.

    Ich geh‘ da voll mit, weil ich einfach glaube (und es bei mir und meinen Kundinnen immer wieder erlebe): es geht darum, 1. die Klarheit zu haben, was man will, 2. dann auch wirklich danach zu handeln. Nicht drauf warten, dass es irgendwie passiert, sondern aktiv was tun. Und das ist häufig unbequem. Auch für andere ;)

    Was mir auffällt, ist das Schritt 2, „Talente und Interessen finden“ mal eben schnell mit ein bisschen aufschreiben (ok, da übertreibe ich jetzt etwas) abgehakt wird. Ich finde gerade das ist herausfordernd! Denn da geht es um meinen oben genannten Punkt 1: Klarheit. „Wer bin, was kann ich, was will ich“ sind Fragen, die wirklich tief gehen – und eher am Ende eines Prozesses stehen, bei dem ich mich eingehend mit mir beschäftigt habe. Und häufig sind wir da ja auch etwas „betriebsblind“ oder unterschätzen unsere eigenen Stärken und Kompetenzen. So verstehe ich dann auch Woman Empowerment: dass es immer auch eine / mehrere andere Frauen gibt, die einen dabei supporten. Die einen wachen Blick füreinander haben.

    • Liebe Wiebke Rimasch,

      ich habe mich sehr gefreut über diesen Kommentar, und dann auch noch ein so ausführlicher, einer, der voller Anregungen steckt!
      Schmissig ist ein tolles Wort und auch, wenn ich zugeben muss, dass es nicht in meinem alltäglichen Sprachgebrauch zu finden ist, trifft es wohl doch zu – ich nehme es als Kompliment, und bedanke mich dafür!

      Ja, schön wäre es, wenn man innerhalb weniger Minuten sich all seiner Talente und Stärken bewusst würde – nun, auch das Aufschreiben an sich ist ein Prozess, ebenso wie das Nachdenken über die obigen Fragen. Ich würde sogar behaupten, die Antworten selbst sind niemals fix, sondern entwickeln sich weiter, je mehr man selbst aufblüht!

      Ich gebe Dir völlig recht, wir unterschätzen unsere Stärken und Kompetenzen. Das ist etwas, woran gearbeitet werden muss. Wir müssen Unterstützung bekommen und geben – auch das ist Women Empowerment.

      In diesem Sinne: danke für Deinen tollen, unterstützenden Kommentar!

      Ariane Vera

      • Liebe Ariane,

        und ich freue mich sehr über deine wertschätzende Antwort!

        Für mich ist das ein Herzens-Thema. Eigentlich beide Themen: also die eigenen Kompetenzen (an)erkennen und Frauen empowern – ich denke, das gehört zusammen. Weil ich mich selbst damit lange schwer getan habe, meine Stärken zu sehen UND zu nutzen.
        Was mir geholfen hat, waren Frauen, die an mich geglaubt haben. Das hat überhaupt die Sehnsucht und die Ahnung von mehr geweckt.

        Das war für mich so wertvoll, dass ich das weiter geben möchte.

        So dass immer mehr Frauen ihre Antwort finden. Und ich gebe dir recht: Ich halte das auch nicht für fix. Je mehr ich über mein Können raus finde, desto mehr entwickle ich mich ja auch. Da passiert dann neben dem Kompetenzzuwachs auch sehr viel persönliches Wachstum. Und das manchmal so schnell – für mich oft ein Zeichen, dass das längst überfällig war.

        So, jetzt schau ich mal, was du so machst und ob wir uns gegenseitig empowern können! :)

        Sonnige Grüße,
        Wiebke

  2. Schöne Tipps dabei, von denen man einige direkt umsetzen kann (Stichwort: Notizbuch)!

    Auf geht es Ladies! Findet eure Stimme! :)

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