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Statussymbole: Deine Rolex, meine It-Bag?

Statussymbole. Bild: MariaVaorin/photocase.de

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Während Männern Status im Beruf sehr wichtig ist, vernachlässigen Frauen dieses Thema – und kommen auf keinen grünen Zweig. Müssten sich Frauen diesem Denken anpassen, wenn sie Erfolg haben wollen?

Bild: Maria Vaorin/photocase.de


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Ach, die Männer wieder: mein Boot, mein Haus, meine Frau. Mein dicker Dienstwagen, mein Wichtig-Handy, mein Eckbüro. Und dann noch die Zigarre nach dem Business-Dinner! Darüber können Frauen stundenlang lästern. Dabei sind Frauen ja auch keine Engel, die sich um weltliche Dinge nicht scheren. Dazu muss man nur mal eingestehen, welch neidische Blicke Frauen auf anderer Frauen Handtaschen werfen. Ist das eine echte Gucci, Prada, Louis Vuitton, Hermès, Liebeskind? Stellt sich das Schmuckstück als Fälschung heraus, wird es richtig peinlich. Und im direkten Vergleich können Frauen nie zu dünn, zu schön, zu schick sein. Statusdenken ist Frauen also durchaus vertraut – aber wenn sie nicht gerade in der Modebranche arbeiten, scheinen sie im Berufsleben einen seltsamen Anti-Status-Status zu verteidigen.

Hauptsache, sie bekommen überhaupt einen Firmenwagen, ist doch egal, wie der aussieht. Sie denken gar nicht daran, dass es wichtig sein könnte, auf den größeren Wagen zu pochen. Schlecht für die Karriere, finden Karriereberater. Denn Studien belegen: Wer über Symbole seinen Wert ausstrahlt, bekommt auch die entsprechende Belohnung. Das kann das bessere Gehalt sein, das größere Aktienoptionspaket oder die nächste Beförderung. Leistung muss sich als Faktor hinten anstellen. Und in einer von Männern geprägten Unternehmenskultur zählt die Luxushandtasche kaum – ihren Wert kennen zu wenige Kollegen. Noch jedenfalls.

In einer Welt, in der es keine Männer- und Frauenberufe mehr gibt, würden sich vielleicht die Standards ändern, mit denen man dann Aufsehen erregt: Im Kindergarten tragen die Betreuer ihre Fußballtrikots zur Schau, und auf der Robotikkonferenz läuft eine Handtaschenparade auf. Mehr noch: Der schwule Vorstand lässt sich von einer Aufsichtsratschefin den Hersteller der sündhaft teuren Lampe in ihrem Eckbüro verraten, während der kopftuchtragende Finanzvorstand und der weißhaarige Personalchef die PS-Zahlen ihrer Autos vergleichen. Kurzum: In unserer Vision gibt es vielfältig besetzte Top-Etagen, auf denen keiner einen Standard für alle setzt mit dem, was ihm als Statussymbol etwas bedeutet. Aber noch sind wir davon weit entfernt.

Außerdem tragen viele Frauen immer noch so eine Aschenputtel-Idee mit sich herum: Der Prinz soll sie unter all den anderen Gästen entdecken und zu seiner Königin machen. Dabei übersehen sie, dass das Aschenputtel ja einiges dafür unternommen hat, um seinen Status als Thronanwärterin klarzumachen. Also her mit dem Erste-Klasse-Ticket für die nächste Dienstreise – gut sichtbar auf dem Konferenztisch deponiert! Oder?
Wer beim Status-Poker nicht mitspielen will, kann sich daraus immer noch Strategien für den Arbeitsalltag ableiten. Zum Beispiel, wenn man in einem Meeting etwas sagt, das keine Beachtung findet – aber wenn wenig später ein Mann den Vorschlag wiederholt, dieser begeistert aufgegriffen wird. Oder wenn es unmöglich scheint, dem Kollegen klarzumachen, dass er nicht ungefragt ins Büro stürmen darf. Oder wenn der Chef immer sofort losredet, ohne darauf zu achten, ob man gerade in einem Telefonat steckt oder eine Kundenanfrage beantwortet. Da hilft es, Zeichen zu setzen – ob mit Blingbling oder mit dem Verhalten.

Es schadet also bestimmt nicht, wenn begabte Frauen einmal ihre Verachtung für Reviersicherung, Rangkämpfe und Dominanzgebaren beiseite legen und sich mit männlicher Kommunikation auseinandersetzen. Die anderen Abteilungsleiter fahren einen 5er BMW? Gut, wie wäre es mit einem 7er? Das Eckbüro wird frei? Her damit! Der gut dotierte, prestigeträchtige Posten im Headquarter soll neu besetzt werden? Den will ich! Schließlich trägt doch auch eine Flugkapitänin ihre vier Streifen stolz durch den Flughafen – und nicht nur, weil sie so schön golden leuchten. Es geht nämlich gar nicht unbedingt um Geprotze. Statussymbole können auch schlicht dafür stehen, dass man stolz auf das ist, was man im Beruf geschafft hat. Und eine solche Haltung steht jeder Frau gut.

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