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Leichter antworten: Situative Fragen im Bewerbungsgespräch

Situative Fragen im Bewerbungsgespräch. time./Potocase.de

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Wenn du dich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereitest, empfiehlt es sich, sich nicht nur mit den Fragen nach Stärken und schwächen auseinander zu setzen, sondern sich auch mal die situativen Fragen genauer anzuschauen.

Bild: time./Potocase.de


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Viele Bewerberinnen sind unsicher bei Fragen nach Stärken und Schwächen. Dabei sind diese relativ leicht zu beantworten, zumindest kannst du meistens ziemlich sicher sein, dass sie im Bewerbungsgespräch vorkommen werden.

Aber seien wir mal ehrlich: Wer als Interviewer oder Personalverantwortlicher nach Stärken und Schwächen fragt, wird nicht unbedingt besonders viel von dir erfahren. Damit hast du dich nämlich auseinander gesetzt und weißt genau, was du von dir erzählen möchtest.

Lesetipp: Wenn du mehr über den Umgang mit Fragen zu Stärken und Schwächen erfahren möchtest, kannst du hier nachlesen.

Situative Fragen im Bewerbungsgspräch: Das ist das Ziel

Mit diesen Fragen möchte man eine Bewerberin nach ihrer Motivation und ihren Zielen in verschiedenen Dimensionen befragen. Da hier wesentlich mehr Fragen zur Auswahl stehen, wird man viel eher ein komplexeres Bild der Bewerberin erhalten.

Folgende Dimensionen werden abgefragt:

  • Leistungsmotivation des Bewerbers
  • Fragen zum Unternehmen
  • Entwicklung in Schule, Studium und Beruf
  • Persönlichkeit
  • Zur privaten Lebensgestaltung
  • Stressfragen

Beispiele für situative Fragen im Bewerbungsgespräch:

Leistungsmotivation der Bewerberin

  • Was hat Sie an unserem Unternehmen interessiert?
  • Können wir Sie auch auf einer anderen Arbeitsstelle einsetzen?
  • Was muss unser Unternehmen tun, um Sie angemessen bei Ihrer Arbeit zu unterstützen?
  • Was machen Sie an Ihrem ersten Arbeitstag bei uns?
  • Nennen Sie Ihren bisher größten Erfolg!
  • Wie lange werden Sie in unserem Unternehmen bleiben?

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Fragen zum Unternehmen

  • Haben Sie sich von unserer Homepage angesprochen gefühlt?
  • Wie finden Sie unsere Aktivitäten in Social Media? Was könnten wir Ihrer Meinung nach dort besser machen?
  • Kennen Sie unsere Produkte/Dienstleistungen? Sehen Sie Verbesserungspotenzial?
  • Kennen Sie die Kursentwicklung unserer Aktie?
  • Wenn wir Ihnen ein Budget zur Verfügung stellen würden, welches Produkt/welche Dienstleistung würden Sie für uns entwickeln?
  • Was wissen Sie über unsere Branche?

Entwicklung in Schule, Studium und Beruf

  • Was haben Sie im Studium getan, um Ihre soziale Kompetenz auszubauen?
  • Warum waren Sie nicht im Ausland?
  • Wie gehen Sie mit Stresssituationen um?
  • Was hat Sie in Ihrer Ausbildung, Ihrem Studium, Ihrem letzten Job besonders enttäuscht?
  • Warum haben Sie so gute (Prüfungs-)Zeugnisse?
  • Was denken Sie über Ihre Dozenten?

Fragen zur Persönlichkeit

  • Können Sie sich über Erfolge freuen?
  • Welche persönlichen Fähigkeiten halten Sie für besonders wichtig?
  • Wie verhalten Sie sich in unangenehmen Situationen?
  • Welche Erwartungen haben Sie an zukünftige Kollegen?
  • Welche Eigenschaft stört Sie an Menschen am meisten?
  • Wie reagieren Sie, wenn Sie ungerechtfertigt kritisiert werden?
  • Wenn wir einen Ihrer Mitschüler, Mitstudenten oder Mitarbeiter fragen würden, wie würde er Sie beschreiben?
  • Wie gehen Sie mit persönlichen Krisen um?
  • Welche Lebensziele möchten Sie unbedingt erreichen?
  • Wie schätzen andere Menschen Sie ein?

Fragen zu privaten Lebensgestaltung

  • Was haben Sie in der letzten Woche gemacht?
  • Womit entspannen Sie sich?
  • Was denkt Ihr Mann, Ihre Frau über Ihre beruflichen Pläne?
  • Sind Sie in der Freizeit lieber allein oder ziehen Sie die Geselligkeit in der Gruppe vor?
  • Welche Unterstützung bekommen von Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin?
  • Treiben Sie Sport? Wofür interessieren Sie sich?

Stressfragen

  • Sind Sie nicht überqualifiziert für diese Position?
  • Warum haben Sie so lange studiert? Warum sind Sie so lange bei Ihrem letzten Arbeitgeber geblieben?
  • Ihre Hochschule hat einen eher schlechten Ruf. Warum haben Sie trotzdem dort studiert?
  • Warum sind Sie den Umweg über eine Ausbildung gegangen?
  • Mochten Sie das Gefühl, sich an einer großen Universität verstecken zu können?
  • Verlieren Sie den Überblick, wenn es hektisch wird?
  • Denken Sie, dass Sie sich an einer Massenuniversität gut verstecken konnten?
  • Warum haben Sie an einer Universität studiert? Wollten Sie nicht arbeiten?

Vorbereitung auf situative Fragen im Bewerbungsgespräch

Auf situative Fragen kannst du dich grundsätzlich sehr gut vorbereiten. Natürlich geht es nicht darum, einen Fragenkatalog und mögliche Antworten auswendig zu lernen, sondern grundsätzlich eine Idee davon zu haben, welche Fragen kommen können. Außerdem geht es natürlich wieder darum, dem Gegenüber zu vermitteln, dass du zu der angebotenen Stelle passt.

Dafür hilft es zunächst einmal, dir noch einmal die Stellenanzeige genau anzuschauen. Was wurde dort genau beschrieben, welche Punkte wurden als Muss-Bedingungen aufgeführt, welche als Kann-Bedingungen? Wenn du dir jetzt noch einmal dein Profil anschaust, findest du natürlich auch die Punkte, an denen sich zeigt, wo du zur angeboten Stelle und zum Unternehmen passt. Daraus ergeben sich die möglichen Aussagen, die gut oder eben weniger gut passen.

Ein Beispiel: Wenn du dich für eine internationale Management-Position bewirbst, wird es nicht gut passen, wenn du in deinen Antworten immer auf deine Heimatverbundenheit hinweist.

Bitte keine Worthülsen!

Trotz aller Vorbereitung sollen deine Antworten authentisch wirken und nicht wie einstudiert. Du kannst davon ausgehen, dass du es mit geübten Gesprächspartnern zu tun hast, die sehr viel Erfahrung damit haben zu erkennen, ob ihnen jemand nur nach dem Mund redet oder sich wirklich mit den Fragen auseinander gesetzt hat.

Hier einmal ein paar Beispiele:

  • Wie gefällt Ihnen die Darstellung unseres Unternehmens? 
    Hier kannst du loslegen, dass du dich so richtig gut über das Unternehmen informiert hast. Du kennst dich mit den Informationsmaterialien aus, du hast dir die Mitarbeiterzeitschrift beschafft, dir die Website genau angeschaut. Sage, was dir gefällt und warum es dich noch mehr von dem Unternehmen überzeugt hat. Wenn es mit deinem Job zu tun hat, kannst du aber natürlich auch erkennen lassen, was dir an Mängeln aufgefallen ist.
  • Nennen Sie Ihren größten Erfolg? 
    Die sicherste Variante ist, hier einen beruflichen Erfolg aufzuzählen. Es muss aber nicht unbedingt sein. Gerade, wenn du noch im Studium bist oder noch nicht so lange im Job, kann hier ruhig auch ein Beispiel aus dem Privatleben kommen. Es sollte nur in irgendeiner Weise eine Fähigkeit unterstreichen, die zur Stelle passt. Wenn du dich auf den Wiedereinstieg in den Beruf vorbereitest, könnte hier auch ein Beispiel aus dem Familienleben passend sein. Allerdings sollte auch hier wieder eine Verbindung zum Job erkennbar sein. Oder du zählst erst ein berufliches Beispiel auf und fügst dann noch einen privaten Erfolg hinzu. Das wird aber eher von Unternehmen geschätzt, die familienfreundlich sind.
  • Würden Sie sich bei Konflikten in Ihrer Abteilung auf die Seite Ihrer Kollegen oder auf die Seite Ihres Vorgesetzten schlagen?
    „Ich halte es für sinnvoll, einen Konflikt aufzulösen, statt ihn womöglich eskalieren zu lassen. Ich würde versuchen, Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und eventuell einen Moderator mit einbinden. Das könnte zum Beispiel auf der nächsthöhere Vorgesetzte sein.“

Überraschung!

Auf viele Fragen kannst du dich vorbereiten. Du solltest dir aber auch immer klar machen, dass du es mit einer unplanbaren Gesprächssituation zu tun hast. Es kann also immer vorkommen, dass du dich mit Fragen konfrontiert siehst, die – sagen wir mal – ungewöhnlich sind.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Wie finden Sie meine Krawatte?
  • Wer ist für Sie ein Held?
  • Hatten Sie früher ein Kuscheltier?
  • Auf einer Skala von 1 bis 10: Wo würden Sie sich selbst einordnen?

Was hier meistens hilft: Humor! Trage es mit Fassung. Auf die Krawattenfrage kannst du zum Beispiel antworten: „Wunderbar! Und wie finden Sie meinen Stift?“

Letzten Endes musst du dir auch einfach klar machen, dass du dich nicht auf alles vorbereiten kannst. Der Erfolg eines Gesprächs hat auch immer etwas mit der Chemie zwischen den Gesprächspartnern zu tun – und die können wir wenig beeinflussen.

Buchtipps und Links:

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