Neverlunchalone. Bild: FrauEva/photocase.de

Wie geht es dir mit deinen Mittagsgewohnheiten? Bleibst du vor dem Bildschirm sitzen und isst ein belegtes Brötchen? Oder folgst du deinen Kollegen in die Kantine und ihr habt immer die gleichen Gespräche über den doofen Chef, die verrückten Ideen der Geschäftsführung oder die neue Kollegin? Unterbrich die Routine und Versuch etwas neues: Never lunch alone!

Bild: FrauEva/photocase.de

Dahinter steht die Idee, dass aus zwanglosen Gesprächen, bei denen wir zunächst nichts konkretes wollen, auf lange Sicht ein großes und belastbares Netzwerk entstehen kann. Ein schneller Effekt solch regelmäßigen Austauschs mit verschiedenen Menschen sind Informationen oder Tipps, die sonst nur mühsam zu bekommen gewesen wären.

Für viele von uns ist das zunächst ungewohnt. Mit ein paar Tipps kann man aber zumindest schon einmal starten:

  • Die Kollegen sind nett? Klar, trotzdem muss man nicht jeden Tag zusammen mit ihnen essen. Verabrede dich einfach mal mit Kollegen aus anderen Abteilungen, zum Beispiel dem Mitspieler aus der Volleyball-Mannschaft oder der netten Projektkoordinatorin. Wähle auch bewusst Leute, die dir nicht so sympathisch sind. Gerade solche Gespräche sind eine gute Schule und ihr kommt euch vielleicht näher und entdeckt Gemeinsamkeiten.
  • Es ist übrigens eine gute Idee, dann auch gleich mit mehreren Leuten, zum Beispiel den Kollegen des Volleyballers in die Kantine zu gehen. Denn so kommen noch mehr Menschen zu deinem Netzwerk hinzu.
  • Wenn du unterwegs bist, schau doch mal in deinem Adressbuch, wer in der Messestadt zuhause ist. Frag ein paar Tage vorher an, ob ihr euch mal zum Essen treffen könntet.
  • Wer in kleineren Unternehmen arbeitet oder als Selbständige, kann vielleicht nicht jedes Essen außerhalb verbringen. Aber ein bis zwei Mal in der Woche sollten eigentlich drin sein.

Die Idee

Die Idee zu dieser Vorgehensweise hatte der US-Amerikaner Keith Ferrazzi, ein begnadeter Netzwerker und Marketing-Experte. In seinem Buch „Never eat alone“ aus dem Jahr 2005 zeigt er auf, wie sich ein verlässliches und großes Netzwerk aufbauen lässt. Eine Idee Ferrazzis ist dabei besonders bestechend: Überlege erste einmal, was du für andere tun kannst. Wie kannst du einer Person, mit der du sprechen willst, zur Seite stehen? Welche Informationen stehen dir zur Verfügung, die für dein Gegenüber wichtig sein könnten? Welche gemeinsamen Themen bewegen euch?

Eine gute Grundlage – und ständiges Training

Wer nach diesem Prinzip vorgehst, kann über längere Zeit hinweg ein großes und stabiles Netzwerk aufbauen. Denn in dem Moment, wo sich beide Zeit für ein Mittagessen nehmen, geht es erst einmal nicht ums Geschäft. Es kann auch sein, dass ihr nicht direkt miteinander zu tun habt, sondern über Bande spielt. Das bedeutet, dass sich aus eurem Gespräch Empfehlungen ergeben oder Vorschläge für eine Zusammenarbeit bei einem neuen Projekt.

Fünf Regeln für dein „Never lunch alone“:

  1. Setz dir ein Ziel. Verabrede dich möglichst jeden Tag mit einer anderen Person zum Mittagessen. Wer nicht so häufig kann, kann sich auch ein anderes Ziel setzen.
  2. Betrachte die Verabredung als einen Arbeitstermin und nimm diesen entsprechend ernst: Sei verbindlich und pünktlich.
  3. Themen überlegen. Denk vorher darüber nach, welche gemeinsamen Themen ihr habt und an welchem Punkt du Unterstützung bieten könntest.
  4. Überlege dir vorher, wie du dich darstellen willst (Stichwort: Selbstmarketing). Das beeinflusst auch die Wahl des Restaurants.
  5. Biete deinem Gegenüber etwas. Sei interessiert, höre zu, kenne dich auf deinem Gebiet hervorragend aus. Was könnten Anekdoten aus deinem Arbeitsalltag sein. Welche Personen kennst du, was kannst du gutes über sie berichten?

Man könnte jetzt kritisieren, dass hier ein sozialer Termin dem Geschäft untergeordnet wird. Manche Menschen empfinden die Regeln von „Never lunch alone“ auch als einengend. Auch werden so andere Menschen nur nach dem Nutzenaspekt betrachtet.

Da ist durchaus Wahres dran: Denn wenn man sich immer nur mit netten Kollegen oder Freunden trifft, bringt uns das zumindest beruflich nicht weiter. Ein Mischform ist aber auch schon ein guter Ansatz: Ein bis zwei Termine mit wirklich neuen Leuten – und die anderen Mittagessen dann eben in gemütlicher Runde mit bekannten Gesichtern.

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