Gender Diversity Kolumne

Netzperlen im Januar (#1.2015)

Es bewegt sich einiges in Wirtschaft, Politik, Familie und Medien, was die Chancengleichheit von Frauen und Männern anbelangt. Endlich, seufzen wir da erleichtert. Damit ihr auf dem Laufenden bleibt, suchen wir für euch die Netzperlen. Gefunden diesmal von Christine Finke, freie Autorin, Kinderbuchjournalistin und Vereinbarkeitsjournalistin.

„Frauen können die Spielregeln nicht von unten ändern“ – ein Aufsichtsratschef über die Strukturen männlicher Macht Da ist schon etwas dran: „Frauen wollen gefragt werden, sie wollen ermuntert werden“, stellt Aufsichtsratsschef Klaus-Peter Müller im Wall Street Journal fest. Denn Unternehmen brauchen kompetente Frauen, aber diese bewerben sich nicht auf Positionen, für die sie geeignet wären. Es mangele an Talentepools in den Unternehmen, und trotz höherer Kompetenzen seien Frauen oft zu bescheiden, wenn es um Bewerbungen um hochrangige Posten gehe, sagt der erfahrene Manager. Zudem fehle es den Frauen an Netzwerken, über die sie an gute Jobs kommen könnten – diese seien fest in Männerhand. Wie gut also, dass es die Business Ladys gibt!

www.wsj.de/nachrichten/SB10972589309364634370204580342701949578926

Frauen in Führungspositionen: „Das kanadische Modell“ als Erfolgsrezept?„Mit dir sind wir in einem Jahr fertig“, musste sich Elke Benning-Rohnke anhören, als sie gleich nach der Geburt des zweiten Kinds in eine Führungsposition bei Wella berufen wurde. Ihr Glück war es, dass der Konzern verkauft wurde und von da an neue, amerikanische Spielregeln galten: Es zählten Kompetenzen und Einsatz anstatt des Geschlechts. Benning-Rohnke meint im „Karriere Spiegel“, dass das Überwinden der Mythen rund um Frauen, Fremdbetreuung und Vereinbarkeit den Frauen in Führungspositionen mehr nützt als Förderprogramme und Quoten. Ihr „kanadisches Familienmodell“ helfe, sich zu entfalten und Ambitionen zu leben. Klingt gut, oder?

www.spiegel.de/karriere/berufsleben/elke-benning-rohnke-top-managerinnen-

Warum scheitern so viele Frauen an den Spitzen deutscher Konzerne? Beinahe jede zweite Top-Managerin gibt ihren Posten vorzeitig auf. Bei den Männern ist es nur jeder Vierte, und anstatt wie die Frauen in der Versenkung zu verschwinden, wechseln Männer in den nächsten Top-Job. Woran liegt das? Während die einen davon überzeugt sind, dass die Frauen es halt einfach „nicht drauf“ haben, analysieren andere etwas scharfsinniger: Oft geraten Frauen auf Schleudersessel und übernehmen unangenehme Aufgaben. Für die sie dann abgestraft werden, weil sie das Wohl des Unternehmens im Auge haben und weniger auf Seilschaften achten. Dass solche Misserfolgsgeschichten dann als Beweis dafür herangezogen werden, die Frauenquote für unsinnig zu erklären, ärgert nicht nur den erfahren Headhunter, der in diesem Text aus der „Zeit“ aus dem Nähkästchen plaudert:

www.zeit.de/2014/49/fuehrung-frauen-im-vorstand

Selbstständigkeit: Gender Pay Gap noch größer als bei Angestellten Frauen in Führungspositionen wägen ganz genau ab, wie viel Energie sie in den Beruf investieren, sagt eine Studie der TU Berlin: Ein „No Return of Investment“ sorge dafür, dass Frauen sich lieber selbstständig machen, als in Unternehmen aufzusteigen. Leider zeigt sich, dass selbstständige Akademikerinnen im Schnitt nur ein Einkommen erzielen, das unter dem von Männern ohne Ausbildung liegt. Ob die Frauen Kinder haben oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Wir finden das bedenklich, ebenso wie DIW-Ökonomin Elke Holst:

www.spiegel.de/karriere/berufsleben/elke-holst-vom-diw-immer-mehr-frauen-

Cornelia Schmalz-Jacobsen über radikale Entscheidungen und Erfolg im Beruf Wenn es hart auf hart kam, dann habe sie sich gesagt: „Nützt nichts, da musst du durch. Ich habe mich selbst am eigenen Schopf herausgezogen und nicht auf Rettung gewartet.“ Die Grande Dame der Politik, Cornelia Schmalz-Jacobsen, berichtet in der „Zeit“ freimütig über die Inkompatibilität ihrer beiden gescheiterten Ehen mit ihren beruflichen Plänen. Dass sie es schaffte, so erfolgreich zu sein – trotz dieser Ehemänner, die ihr keine Stütze waren – führt Schmalz-Jacobsen auf ihre Eltern und deren Unerschrockenheit zurück. Der nüchterne Blick auf ihren Werdegang kann auch die Jüngeren unter uns etwas lehren, meinen wir:

www.zeit.de/zeit-magazin/2014/49/cornelia-schmalz-jacobsen-rettung

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