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Mittagspause am Mittwoch: Lina Timm vom Media Lab Bayern

Mittagspause am Mittwoch mit Lina Timm. Bild: Erol Gurian

Lina Timm wohnt in München und leitet das Media Lab Bayern, das mehr Innovationen in die Medienbranche bringen möchte. Die Journalistin liebt Technologie und alles Digitale – und betrachtet daher ihren heutigen Job als Traumjob. Im Interview gesteht sie ihre Liebe zu Schnitzel und bunten Cocktails. Und warum sie gern mit Ryan Gosling Essen gehen würde, liegt doch auf der Hand. Oder?

In der Rubrik „Mittagspause am Mittwoch“ stellen wir regelmäßig Frauen – und auch Männer – vor, die uns inspirieren. Anlass für das Gespräch ist die Mittagspause, die frau ja sowieso nie allein verbringen sollte;-) Unser Gast leistet uns also (virtuell) Gesellschaft beim #neverlunchalone.

Bild: Erol Gurian

Was isst du heute Mittag?

Eine Portion Fried Rice in dem eher abgerissen aussehenden Asia-Supermarkt, der aber einen ziemlich guten Mittagstisch hat. Meine Startups im Media Lab haben diesen Geheimtipp vor ein paar Monaten entdeckt, eigentlich liegt unser Büro im kulinarischen Niemandsland. Seither ist das Media Lab Bayern Stammkunde – und hat ihn intern zum „CEO-Asiaten“ umgetauft. Schließlich essen da nur (Startup-)Geschäftsführer!

Vegetarisch oder Fleisch?

Ein Vegetarier in Bayern? Haha! Ich bin ein großer Fan von Wiener Schnitzel, lasse mir Rinderfilet auf der Zunge zergehen und bestelle beim Asiaten am liebsten die Ente.

Latte oder Grüner Tee?

Mittagspause ohne Kaffee? Eher nicht, findet Lina Timm. Bild: Lina Timm

Mittagspause ohne Kaffee? Eher nicht, findet Lina Timm. Bild: Lina Timm

Würde ich in Berlin leben und hätte Kinder, ich wäre ein Kandidat für das Klischee der Latte-Macchiato-Prenzlauer-Berg-Mutter. Ohne Pfefferminztee könnte ich aber auch nicht leben – und niemals ohne heiße Schokolade. <3

Cocktail oder Bier?

Tja, wegen dieser Frage hätten mich die Bayern dann doch schon längst ausweisen können. Ich mag, oh Schande, kein Bier. Als Norddeutsche ist das einfach keine Option (Astra? Ernsthaft?). An das bayerische Helle habe ich mich mittlerweile fast gewöhnt, wenn ich die Wahl habe, greife ich trotzdem lieber zum fruchtigen Cocktail. Da muss übrigens auch gar nicht immer Alkohol drin sein.

Ausgehen oder Kochen?

Oh, ich lasse mich für mein Leben gern bekochen – wenn ich selbst ran muss, dann auch das gern in Gesellschaft. Seit einiger Zeit bestelle ich ab und zu Kochboxen, in denen die Zutaten für Gerichte schon fertig portioniert sind und die Rezepte Schritt für Schritt erklärt. Das kriege ich hin und macht Spaß, Freestyle in der Küche eher nicht so.

Was machst du eigentlich? Beschreibe deinen Beruf in drei Sätzen.

Ich versuche beharrlich, mehr Innovation in die Medienbranche zu bekommen und habe dafür das Media Lab Bayern aufgebaut. Das Lab unterstützt Gründer darin, von der ersten Idee bis zum Marktstart ihr eigenes Medien-Startup aufzubauen. Dafür wähle ich die Startups gemeinsam mit einer Jury aus, akquiriere Coaches und Medienhäuser als Partner, berate die Teams und erzähle der Welt auf Konferenzen, dass es das Media Lab Bayern gibt, Innovation im Journalismus cool ist und sie doch bitte eigene Medien-Projekte gründen sollen.

Erzähl bitte mehr von dir. Wie bist du dahin gekommen? Welche Entscheidungen hast du warum getroffen?

Eigentlich ist das ganz schön crazy. Ich bin Journalistin und manage jetzt einen Startup-Inkubator. Hätte ich mal BWL studiert. Aber ich wollte Journalistin werden, deshalb wurde es aus Verlegenheit erst Germanistik (Hilfe! Nie wieder.) und dann aus Passion Soziologie.

Als ich dann Journalistin war, dachte ich auf einmal: Ich liebe Technologie und alles Digitale, warum gibt es denn keine Möglichkeit, das mit meinem Beruf zu verbinden? Den ersten Job nach der Journalistenschule habe ich bei der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien angenommen. Mehr aus Geldnot denn aus Überzeugung – damals. Denn sehr schnell stellte sich heraus: Ich kann hier genau das machen, was mir fehlte. Mich mit Innovation in den digitalen Medien beschäftigen und mehr Technologie in den Journalismus bringen.

Was bedeutet Karriere für dich?

Etwas aufbauen und nie stillstehen. Ich arbeite wahnsinnig gern und habe meinen Job noch nie als etwas angesehen, was ich halt mache, um möglichst schnell wieder Freizeit zu haben. Ich möchte vorankommen und etwas bewegen, deshalb mochte ich wohl auch den Journalismus immer so. Mit nur einer Geschichte kann man ganz schön viel in Gang setzen. Jetzt sehe ich gerade, dass man in einer managenden Position noch viel mehr auf kürzerem Wege bewegen kann – und finde das klasse. Die zusätzlichen 20 Prozent, die es braucht, damit etwas wirklich gut wird, gehe ich wahnsinnig gern und freue mich über das Ergebnis.

Vereinbarkeit: War oder ist das ein Thema für dich?

Ich habe noch keine Familie, daher ist die klassische Vereinbarkeit (noch) nicht mein Thema. Was sich aber schon manchmal einschleicht ist der Gedanke, sich trotz allem Spaß nicht zu sehr vom Job vereinnahmen zu lassen. Da muss ich mich manchmal selbst bremsen und mir wieder bewusst werden, dass Leben aus mehr besteht, als Arbeit.

Noch ein paar Tipps für unsere Leserinnen:

  • Lieblingsblog: Einen Blog habe ich nicht, eher eine Plattform. Ich surfe mich wahnsinnig gern quer durch Medium.com. Da schreiben tolle Autoren über Produktivität, Design und alles, was man sonst so an Interessen haben kann.
  • Buch, das dich in letzter Zeit beeindruckt hat oder das du gern lesen möchtest: Unsterblich von Jens Lubbadeh. Eine fantastische Geschichte darüber, wie wir mit Ethik und Werten umgehen, wenn wir dank Technologie als Avatare ewig weiterleben können.
  • Mit welcher Person, lebend oder bereits gestorben, würdest du gern einmal Essen gehen? Ryan Gosling. Entschuldigung, ich habe gerade den wundervollen Film La La Land gesehen, diese Schwärmerei hält jetzt noch einige Wochen.

Noch mehr Mittagessen? Kannst du haben:

  1. Mhh mein Kommentar befindet sich in Moderation :D Bin ich mal gespannt, ob der erste oder zweite Kommentar ausgeblendet wird. Ich finde ja, man hätte ein bisschen mehr über den Job als das kulinarische Vergnügen reden können ^^

    • Ja, das habe ich beim Redigieren auch gedacht: Es ist einfach so spannend, was Lina zu erzählen hat. Aber du weißt ja, Bernd, bei der Mittagspause redet UND isst man – und so ist nun einmal das Format! Und auch die anderen Aspekte des Lebens sind so wichtig;-)

  2. Aber ein schönes Foto ^^

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