Gründerinnen

Mittagspause am Mittwoch: Joanna Morris von Geologygirlrocks

Joanna Morris, Gründerin von Geologygirlrocks

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Joanna Morris ist eine, die sich nicht unterkriegen lässt. Nicht von Gender Stereotypen am Arbeitsplatz und nicht von einer Kündigung. Kurzerhand gründet sie ihr eigenes erfolgreiches Unternehmen, Geologygirlrocks, mit dem Ziel Mädchen und Frauen darin zu ermutigen, das zu tun, was sie lieben. Besonders, wenn es Geologie und Wissenschaften sind. Bloggerin Ariane Vera hat sie in Aberdeen, der europäischen Ölmetropole in Schottland, zum Mittagessen getroffen.

In der Rubrik „Mittagspause am Mittwoch“ stellen wir regelmäßig Frauen – und auch Männer – vor, die uns inspirieren. Anlass für das Gespräch ist die Mittagspause, die frau ja sowieso nie allein verbringen sollte;-) Unser Gast leistet uns also (virtuell) Gesellschaft beim #neverlunchalone.

Joanna, was isst Du heute Mittag?

Brie Sandwich, auf die britische Art serviert, mit Coleslaw, etwas Tomaten, Gurken, Salatblättern und knusprigen Chips.

Vegetarisch oder Fleisch?

Fleisch

Latte oder Grüner Tee?

Latte

Cocktail oder Bier?

Bier

Ausgehen oder Kochen?

Kochen

Was machst du eigentlich? Beschreibe deinen Beruf in 3 Sätzen.

Ich bin Geologin und gründe mein eigenes Unternehmen „Geologygirlrocks“. Ich bringe meine Leidenschaft für Geologie mit der für das Backen und Kochen zusammen und kreiere Rezepte, die geologische Zusammenhänge verdeutlichen. Seien das Ammoniten-Wraps, ein Dinosaurierkuchen oder eine Baiser Torte, die verschiedene Erdschichten veranschaulicht. So möchte ich mehr Menschen für Wissenschaft begeistern.

Auf meiner Homepage findet man zu jedem Rezept den wissenschaftlichen Hintergrund erklärt und außerdem viele Geschichten von Forscherinnen, die für ihre Entdeckungen nie gewürdigt wurden. Die DNA ist wohl das berühmteste Beispiel, Watson und Crick erhielten den Nobelpreis und haben die Lorbeeren eingesammelt, entdeckt wurde sie eigentlich von einer Frau.

Erzähle bitte mehr. Wie bist du dahin gekommen? Welche Entscheidungen hast du warum getroffen?

Ich habe nach meinem Geologie-Studium bei einem der weltweit führenden Ölunternehmen in Aberdeen gearbeitet. Bedingt durch die Ölkrise wurden Stellen abgebaut und ich war eine derjenigen, denen gekündigt wurde. Das war ein Wendepunkt. Ich sage immer, ich war ein Frosch im Wasser. Wirfst du einen Frosch in heißes Wasser, springt er sofort wieder hinaus. Erhitzt man das Wasser allerdings langsam, merkt er es nicht und bleibt. So war es bei mir. In einer von Männern dominierten Industrie gehören geschlechterbedingte Stereotypen und somit eine ungerechte Beurteilung der Leistungen leider zum Alltag. Ich habe mich davon nicht unterkriegen lassen.

Und nicht von der Kündigung, auch wenn das natürlich ein großer Rückschlag war. Ich habe viel Zuspruch von Bekannten und Freunden bekommen und schließlich in diesem März, am Weltfrauentag, meine Homepage live geschalten. Jetzt, ein paar Monate später, bin ich Stipendiatin des schottischen Unternehmens Elevator UK und erhalte professionelle Unterstützung dabei, mein Unternehmen aufzubauen.

Was bedeutet Karriere für dich?

Es bedeutet für mich, glücklich mit dem zu sein, was ich tue. Und das auch machen zu dürfen, ohne von in der Gesellschaft bestehenden Erwartungen oder Rollenbildern aufgehalten zu werden.
Letzen Endes kommt es doch genau darauf an, nicht? Man wird so viel Zeit in seinem Leben mit Arbeit verbringen, da kann man sich doch gleich für das entscheiden, was einen glücklich macht und ausfüllt. Diese Chance sollte jedem, unabhängig vom Geschlecht zustehen.

Noch mehr Mittagessen? Kannst du haben:

Ariane Vera schreibt als Kolumnistin über Entrepreneurship, bloggt über Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung, ist als Singer-Songwriter in Bars und Cafés unterwegs, läuft auch gegen die Windrichtung am Strand entlang und schwimmt sonst, bevor sie vom Winde verweht wird, täglich ihre Bahnen im Hallenbad. Sobald abends die Klappe des Laptops zufällt, treten beim Tango und Salsa ihre lateinamerikanischen Wurzeln auf die Tanzfläche. Für ihr Studium der Internationalen Beziehungen und Englischen Literatur, dank dessen sie die Bücherregale der Bibliotheken an der Universität Tübingen und des Trinity Colleges in Dublin kennen lernen durfte, bereitet sie sich derzeit auf ihre Bachelorarbeit an der University of Aberdeen vor, der sonnigsten Stadt Schottlands.

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