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Lena Terlutter: „Fans bekommt man nicht geschenkt!“

Lena Terlutter. Bild: Amanda Berens

Lena Terlutter ist der Inbegriff der sogenannten Slash-Generation, denn ihre offizielle Berufsbezeichnung lautet: Shopbesitzerin / Buchautorin / Model / Stylistin / Bloggerin. Außerdem ist die 31-Jährige Mama einer knapp dreijährigen Tochter und „nebenbei“ auch noch eine echte Internet-Celebrity, denn allein ihr Instagram-Profil hat über 147.000 Follower. Dabei dreht sich bei ihr alles um eine große Leidenschaft: Mode! 


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In ihrer Heimatstadt Köln gilt Lena Terlutter als Carrie Bradshaw des belgischen Viertels. Nicht nur, weil sie regelmäßig durch ihre super modischen Outfits für Aufsehen sorgt, sondern auch, weil sie Besitzerin von vier angesagten Fashion- und Concept Stores ist, die sich alle in Kölns Szeneviertel befinden.

Lena Terlutter: Ich bin kein Fan von Onlineshops.“

Schon seit 2008 führt sie dort, gemeinsam mit ihrem Mann Leonard, den „Salon Sahnestück“. Hinzu kamen dann im Laufe der Jahre die drei Shops „Boutique Belgique“, „Super Store“ und „BB LOVES“. Alle vier Stores haben Kultcharakter; sind sogar über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Und das in einer Zeit, in der in vielen Städten ein Ladenlokal nach dem nächsten schließen muss und in den Medien immer wieder der „Tod des stationären Handels“ prognostiziert wird. „Ich bin kein großer Fan von Onlineshops“, bekommt man von Terlutter dann auch noch zu hören und wundert sich ein mal mehr, wie sie es schafft ihr kleines Modeimperium stetig zu erweitern, während Dutzende Traditionsläden ihreTüren für immer schließen.

Lena Terlutter. Bild: Amanda Berens

Lena Terlutter: „Fans bekommt man nicht geschenkt.“. Bild: Amanda Berens

„Man muss Begehrlichkeit wecken“, erklärt sie. Wobei das natürlich auch längst kein Geheimnis mehr ist. Terlutter nutzt dafür die sozialen Medien. Allerdings: 147.000 Instagram-Fans bekommt man natürlich auch nicht einfach so geschenkt. Mehrmals täglich postet die Modebegeisterte Fotos von sich in unterschiedlichen Outfits und beantwortet geduldig alle Kommentare dazu. Und weil man die Styles zum größten Teil in ihren Stores erwerben kann, sind auch die Kundinnen, die nicht täglich im Shop vorbeikommen, immer auf dem neuesten Stand, was das aktuelle Warenangebot angeht. So kommt es auch nicht selten vor, dass der eine oder andere Instagram-Fan schon mal eine längere Reise auf sich nimmt, nur um einen bestimmten Hut bei ihr zu kaufen.

„Es kommt auf Authentizität an.“

„Einfach nur ein paar Fotos von sich in schicken Outfits posten, damit ist es aber auch nicht getan“, erklärt Terlutter, die International Fashion Management am Fashion Institute in Amsterdam (Amfi) studiert hat. „Die Leute wissen einfach, dass meine Begeisterung für Mode echt ist und ich denke, das ist es, worauf es ankommt: Authentizität!“

Dass sie einen Job hat, um den zahlreiche junge Frauen sie beneiden, ist ihr dabei durchaus bewusst, auch wenn viele nur den vordergründigen Spaß sehen und nicht die vielen Stunden Arbeit, die dieser ebenso mit sich bringt. Und dann ist da ja auch noch die kleine Tochter. „Manchmal nehme ich sie einfach mit zu einem Geschäftstermin. Dann schwirrt sie zum Beispiel im Showroom herum und freut sich, dass sie mit Mama Sachen aussuchen darf. Zum Glück haben wir aber auch beide Großeltern in unserer Nähe, die sich um sie reißen. So konnte ich nach der Geburt auch schnell wieder in meinen Job zurück“, berichtet Terlutter. Längere Zeit aussetzen, war für die Storebesitzerin keine Option: „Ich liebe meinen Job und ich denke, dass es für Kinder wichtig ist, dass ihre Eltern glücklich sind.“

Diese Entschlossenheit zieht sich bei Terlutter wie ein roter Faden durch ihr gesamtes Leben und prägt auch ihr Handeln als Unternehmerin. Selbst Kritiker werfen sie nicht aus der Bahn: „Davon lasse ich mich nicht beeinflussen. Ich gehe meinen Weg, so wie ich es für richtig halte. Selbstverständlich kann das nicht jedem gefallen. Aber so ist das nun mal“, erklärt sie. Und auch bei der Frage nach Risiken und Rückschlägen reagiert sie erstaunlich gelassen. „Was soll mir denn, außer vielleicht einer Krankheit, schon Schlimmes passieren, was sich nicht irgendwie regeln lassen könnte?“
Eine Einstellung, die wiederum sehr typisch ist für eine gebürtige Kölnerin. Erinnert sie doch stark an einen Artikel des kölschen Grundgesetzes: „Et hätt noch emmer joot jejange“.

Bilder: Amanda Berens



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