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5 Tipps zum Lebenslauf (für Frauen, die dir so noch keiner erzählt hat)

Lebenslauf Frauen. Bild: .marqs/photocase.de

Eigentlich sind wir ja alle gleich. Wir haben die gleichen Voraussetzungen, Chancen, Möglichkeiten. Warum nutzen wir sie dann nicht? Warum sind Macht und Geld als Mittel zur Gestaltung und Beteiligung noch so ungleich verteilt? Vielleicht liegt es auch an Kleinigkeiten. Wie deinem Lebenslauf. Hier unsere 5 Tipps zum Lebenslauf (für Frauen, die dir so noch keiner erzählt hat).

1. Verwende ein professionelles Bild für deinen Lebenslauf!

Natürlich kannst du heute dein Bild bei einem Lebenslauf weglassen. Das Bild darf ja auch keine Rolle spielen. Stattdessen wird auf die reinen Qualifikationen und Erfahrungen Wert gelegt, so sagen viele Unternehmen.Im Ernst? Glaubst du immer noch an den Weihnachtsmann? Genau. Egal, was dir Personalmitarbeiter aus Unternehmen erzählen, in den meisten Unternehmen spielt das Bild nach wie vor eine große Rolle – zumindest in Deutschland. Und auch in Ländern wie Großbritannien oder den USA, in denen du deinem Curriculum Vitae (CV) kein Bild hinzufügen darfst, wird sehr viel über Online-Profile auf LinkedIn und Xing rekrutiert, bei denen ein Profilbild wiederum sehr wichtig ist.

Also auch hier spielt ein Bild letzten Endes eine wichtige Rolle!

Offiziell benennen darf das natürlich kein Unternehmen mehr, da es sonst in Verdacht geriete, dem AGG zuwider zu handeln.

Wenn nun also klar ist, dass ein Bild – wo erlaubt – dazu gehört, geht es um die Bildauswahl.

Natürlich verschafft dir ein gutes Bild keinen Job!

Das Gesamtpaket muss stimmen. Und da hakt es manchmal ganz schön. Wenn wir davon ausgehen, dass jemand gute Leistungen in Studium und Beruf gesammelt hat und bereits Erfolge nachweisen kann, sollte das Foto auch genau das ausdrücken.

Viele Fotos, die ich als Unternehmensvertreterin zu Gesicht bekam, zeigten das leider nicht. Es waren gute Bilder, augenscheinlich vom Fotografen gemacht, allerdings keine professionellen Bilder. In dem Sinne, dass die Bewerberinnen in ihrer Professionalität gezeigt wurden. Stattdessen blickten sie von unten in die Kamera und signalisierten eher „Nimm´ mich!“ statt „Lass uns mal sehen, ob wir gut zueinander passen!“. Achte am besten auf folgendes: Offene Haare zeigen eher einen Freizeitlook. Blusen und Blazer wirken eher business-like als T-Shirt oder Bluse ohne Blazer. Der Ausschnitt darf nicht zu offen sein. Der Blick sollte offen und in die Kamera gerichtet sein. Die Körperhaltung sollte Dynamik ausdrücken und nicht unterwürfig bzw. mädchenhaft wirken.

2. Verschweige deine Kinder.

Eltern, Geschwister und Partner haben ja auch nichts mit deinem Beruf zu tun. Uns mag das nicht gefallen, aber die Realität zeigt immer wieder: Wenn Frauen ihre Kinder im Lebenslauf nicht angeben, steigen die Chancen auf eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch

  1. Kinder im Lebenslauf? Besser nicht. Bild: nailiaschwarz/Photocase.de

Kinder im Lebenslauf? Besser nicht. Bild: nailiaschwarz/Photocase.de

Und damit auch die Chancen auf eine Einstellung. Stell´ dir einfach folgende Quote vor: Wenn du zehn Bewerbungen schickst, liegen deine Chancen auf eine Einladung als Berufseinsteigerin bei ungefähr zehn bis 20 Prozent. Wer sich mit Berufserfahrung bewirbt, hat möglicherweise eine Quote von 30 bis 50 Prozent (als Fach- und Führungskraft; eigene Schätzung).

Wenn sich hier deine Quote durch die Nennung deiner Kinder nur um die Hälfte verschlechtert, musst du schon die doppelte Anzahl an Bewerbungen schicken, um auf die gleiche Quote zu kommen.

Die Frage ist doch: Alles, was nicht unmittelbar mit der Position zu tun hat, muss nicht im Lebenslauf enthalten sein. Es reicht doch vollkommen, die Kinder im Vorstellungsgespräch anzusprechen. Dann bist du aber ja schon im Gespräch und unter den besten zehn bis 15 Prozent der Bewerber_innen. Deine Chancen sind also per se schon enorm gestiegen. Mach´ was draus!

3. Setze Zeichen bei deinem Gehaltswunsch.

Bei Verhandlungen nennt man das auch Anker setzen: Indem du deine Zahl nennst, kann sich dein Gegenüber überlegen, ob es grundsätzlich bereits ist, mit dir über deine Preisvorstellungen zu sprechen. Wenn du also in deinem Anschreiben dein selbstbewusstes Wunschgehalt formulierst und deine Bewerbung ansonsten Lust auf deine Person macht, wird man dich eher nicht nicht einladen, sollte deine Forderung über der Gehaltsvorstellung des Unternehmens liegen. Stattdessen wird man dich einladen, um dich kennen zu lernen und herauszufinden, was du für das Unternehmen tun kannst.

Um eine realistische Vorstellung von deinem Gehalt zu bekommen, musst du dich natürlich mit ein paar Zahlen auseinander setzen. Dazu gehören auf der einen Seite ziemlich viele Statistiken, zum Beispiel zu Einstiegsgehältern, zur Gehaltsverteilung in Deutschland, den Gehältern in deiner Branche und deiner Funktion. Selbst das sind alles immer Näherungswerte. Daher nutze dein Netzwerk, eventuell auch die Unterstützung eines Personalberaters oder Gehaltscoaches, um zu einem realistisch hohen Wert zu kommen. Für das eigentliche Gespräch hilft dann „Üben, üben, üben!„.

Und wenn du zu teuer bist? Auch gut. Dann hast du dir zumindest die Fahrt gespart.

4. Zeige deine Erfolge und deine Erwartungen.

Leider, wirklich leider, gibt es oft noch Unsicherheit darüber, inwieweit ich meine Leistungen und Erfolge in einer Bewerbung, also vor allem im Lebenslauf, auch benennen soll.

Nun, wenn du nicht davon erzählst, wer soll es denn dann machen?

Gut, deine Zeugnisse erzählen eventuell die ganze Geschichte. Die wird nur niemand lesen, wenn Lebenslauf und Anschreiben nicht vorher schon Lust machen auf mehr! Also gewöhne dir ruhig an, mit Zahlen, Daten, Fakten zu arbeiten. In etwa: „… Senkung der Fehlerquote von 13,5 auf 12 Prozent mit einer Gesamtkostenersparnis von 18.000 Euro pro Quartal.“ Hier kannst du auch ein bisschen ausprobieren, was sich besser anhört: 18.000 Euro pro Quartal oder 72.000 Euro pro Jahr?

Denn warum sollst du nicht auch die Möglichkeiten nutzen, die Unternehmen jeden Tag in ihrer Kommunikation anwenden?

Im Anschreiben kannst du gut formulieren, was du von einer Position erwartest. „Die von Ihnen ausgeschriebene Position interessiert mich sehr. Ich bin überzeugt, dass ich mein Know-how in …. , meine Kenntnisse und Branchenerfahrung hier gewinnbringend einbringen kann. In diesem Zusammenhang interessiert es mich auch, welche Möglichkeiten Sie für meine weitere berufliche Entwicklung bieten. Ich stelle mir eine Weiterentwicklung in Richtung Projektmanagement vor.“

Wenn das Unternehmen dir hier nichts bieten kann oder mit dir über vernünftige Alternativen spricht, warum sollst du dann dort unterschreiben? Selbst wenn deine Berufsaussichten nicht ganz so rosig sind, hilft dir diese Klarheit trotzdem enorm weiter: Sie dampft die vielen Möglichkeiten ein, die du dir eventuell einredest, um irgendeinen Job zu bekommen. Denn, „Hand aufs Herz“, irgendeinen Job willst du nicht? Du willst einen passenden und guten Job!

5. Wähle die Adressaten gut aus!

Auch wenn sich deine Jobsuche zäh gestaltet, solltest du nicht Lebenslauf um Lebenslauf verschicken. Natürlich musst du mit mehr Unternehmen in Kontakt sein, wenn du nicht zu einer der begehrten Fachrichtungen gehörst. Aber auch dann ist es sinnvoll, sehr genau zu recherchieren, welche Unternehmen und welche Menschen und Aufgaben zu dir passen werden.

Beispiel: In einer meiner letzten Netzwerk-Veranstaltungen sprach mich eine Teilnehmerin an. Sie war sehr dezent gepierct und suchte nach einer Umorientierung nach einem Job in einer neuen Branche. Nun war sie unsicher, wie sie mit ihren Piercings umgehen sollte.

Mein Tipp: Sie sollte selbst überprüfen, wie es sich anfühlen würde, auf die Piercings zu verzichten. Wenn es ihr leicht fallen würde, könnte sie es ja eine Zeitlang ohne versuchen. Wenn nicht, müsste sie einfach nach Arbeitgebern suchen, die an diesem Punkt besser zu ihr passen würden, zum Beispiel Sozialunternehmen oder Start-ups.

Buchtipps:

Bild: .marqs/photocase.de

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