Karriere & Entwicklung

Karriere in der Finanzbranche: Fintech-Ladys im Fokus

Frauen in der Finanzbranche. Bild: suze/photocase.de

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Finanzmanager – und damit auch Finanzmanagerinnen – sind gefragt. Mit einer Kombination aus akademischer Ausbildung und Berufserfahrung haben diese in der Finanzbranche sehr gute Aussichten auf eine Führungsposition. Sie jonglieren gerne mit Zahlen – und bewegen sich momentan in einem hoch innovativen Umfeld. 

Bild: suze/photocase.de

So befindet sich die Finanzbranche insgesamt im Umbruch. Das hat zum einen mit vielen gesetzlichen Regelungen und Vorschriften zu tun, vor allem aber auch mit den Änderungen, die mit der digitalen Transformation einhergehen. So lassen sich viele Prozesse in Banken und Versicherungen automatisieren. Gleichzeitig müssen aber auch in die Jahre gekommene IT-Systeme und Prozesse neu aufgestellt oder synchronisiert werden. Gleichzeitig drängen neue, innovative Start-ups auf den Markt, die zum Beispiel direkt auf der Blockchain-Technologie aufsetzen, oft allein in Verbindung gebracht mit den neuen Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ripple.

Interessante Branche mit spannenden Aufgaben

Wer ein Faible für Zahlen hat, aber auch Spaß an der Moderation von Prozessen, kann momentan in der Finanzbranche viel bewegen. So gibt es bereits einige Frauen, die eine beeindruckende Karriere hingelegt haben. Mit Familie stehen sie vor ähnlichen Hürden wie in anderen Branchen – die sich allerdings auch gut meistern lassen.

Börsenprofi Dr. Christine Bortenlänger

Christine Bortenlänger wollte eigentlich mal Landwirtin oder Ärztin werden. Stattdessen absolvierte sie eine Banklehre und ein BWL-Studium. In ihrer Dissertation beschäftigte sie sich mit der Börsenautomatisierung – und empfahl sich somit für einen Top-Job: Mit 31 Jahren wurde sie zur stellvertretenden Geschäftsführerin der Münchner Börse sowie zur Vorständin der Bayerischen Börse ernannt.

Heute übernimmt sie die Geschäftsführung des Vorstands vom Deutschen Aktieninstitut. All dies hat sich die allein erziehende Mutter selbst erarbeitet – und ist trotzdem eine Befürworterin der Quote: „Wie es schon im Volksmund heißt: „Gleich und Gleich gesellt sich gern“, neigen Männer dazu, Männer einzustellen.“ Um diese Gewohnheit zu durchbrechen, hält sie eine deutlich spürbare Frauenquote für den richtigen Weg: Etwa 40 Prozent in den Aufsichtsräten sollten es schon sein.

Gründerin und Geschäftsführerin RatePay: Miriam Wohlfarth

Die zweite Lady im Bunde ist Miriam Wohlfarth. Ihr Lebenslauf startet mit zwei abgebrochenen Studiengängen und einer Lehre zur Verkehrskauffrau. Dabei hatte sie immer wieder den Mut, sich neue Herausforderungen zu suchen, wenn ihr die Herausforderungen fehlten. Um 2009 entstand die Idee zu ihrem Start-up RatePay, das bereits 2010 an den Otto-Konzern verkauft wurde. Mit dem Dienst zur Abwicklung von Ratenzahlungen war Miriam Wohlfarth eine der Fintech-Pionierinnen in Deutschland.

Bank-Vorständin Katharina Herrmann

Die Dritte im Bunde ist Katharina Herrmann. Sie ist Vorstands-Mitglied bei der ING-Diba, die auf immerhin 19 Prozent Frauenanteil im Topmanagement kommt. Ihrer Meinung nach könnten Frauen manchmal mehr auf sich aufmerksam machen und sich offensiver ins Gespräch bringen. Trotzdem hält sie eine Quote für ein durchaus geeignetes Mittel, um in den nächsten Jahren ein Umdenken in den Unternehmen zu bewirken.

Immer noch unterrepräsentiert: Frauen in Führungspositionen

Auch wenn von der Ing-DIBA, aber auch aus anderen Banken, ermutigende Zahlen für mehr Frauen in Führungspositionen kommen, bleibt noch ein bisschen was zu tun: 2015 stieg der Frauenanteil in Bankvorständen gerade einmal um einen Prozentpunkt und ist mit knapp zehn Prozent immer noch extrem niedrig.

Bei den Versicherungen ist die Quote ein wenig besser. In Aufsichtsräten sieht es noch besser aus. Trotzdem bleiben die Frauen auch dort mit etwa 20 Prozent deutlich unterrepräsentiert. Denn obwohl im Finanzsektor Frauen dominieren, werden die Leitungsfunktionen oft mit ihren männlichen Kollegen besetzt.

Die besten Chancen warten auf dem Weg: Mit Begeisterung zum Aufstieg

Was haben die vorgestellten drei Frauen anders gemacht als ihre Kolleginnen? Christine Bortenlänger wollte früh Verantwortung übernehmen. Das hat für sie immer eine große Rolle gespielt. Geplant hat sie ihre Karriere nicht – aber sich durchaus mit dem Thema ihrer Doktorarbeit als in die Zukunft orientierte Managerin empfohlen. Die besten Chancen warten ihrer Meinung nach sowieso auf dem Weg, wenn man gar nicht damit rechnet.

Finde deine Leidenschaft!

Dieser Meinung ist auch Katharina Herrmann. Disziplin und die richtige Einstellung verhelfen zwar dazu, einen Job gut zu machen, aber nur wer mit Leidenschaft arbeitet, kann richtig gut werden. So betonte sie in einem Interview mit dem Karriereportal Staufenbiel.de:

In meiner beruflichen Entwicklung habe ich zum Beispiel Gestaltungsspielräume immer genutzt, um Dinge auszuprobieren und Neues zu entwickeln. Denn nur so lässt sich etwas bewegen. Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich aktiv einzubringen und mehr als den normalen Standard zu leisten.

Jungen Bewerberinnen rät sie daher, schon früh unterschiedliche Dinge auszuprobieren, um genau diese Leidenschaft zu finden. Wer sie gefunden hat, kann besser die eigenen Ziele artikulieren.

Präzise Formulierungen: Was kannst du und was willst du?

Frauen vermarkten sich oft weniger offensiv als Männer – und bringen sich weniger ins Gespräch für die nächsten interessanten Aufgaben. Frauen sollten also auf der einen Seite lernen, sich mehr einzubringen und im Unternehmen entsprechende Netzwerke zu knüpfen. Gleichzeitig hilft es, sich Unterstützer zu suchen, erfahrene Kollegen und Kolleginnen zum Beispiel.

Starre Rollenbilder stehen im Weg – ändern sich aber durchaus

Eine Führungskraft soll stark sein, sich durchsetzen, klare Ansagen machen und auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen – das war einmal [hoffentlich!]. Mittlerweile ändert sich das Bild von Führung und das kommt Frauen mit ihrem eher kooperativen Führungsstil entgegen. Wer sich also mit den sich wandelnden Anforderungen in der Finanzbranche auseinander setzt, offen für neue Ideen ist und Ausschau nach Unternehmen hält, die Diversity wirklich leben, hat gute Chancen auf einen spannenden Karriereweg.

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