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Gesundheitswesen: Digitale Weiterbildungsmaßnahmen wahrnehmen

Digitale Weiterbildungsmaßnahmen. Bild: claudiaarndt/photocase.de

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Ob Digitalisierung, struktureller oder demografischer Wandel – oder sogar tagesaktuell gegen Corona – das Gesundheitswesen kämpft momentan an verschiedenen Baustellen. Tag für Tag kommt es zu neuen Herausforderungen, denen die Gesundheitsbranche begegnen muss. Experten mahnen, den Anschluss an die Neuzeit nicht zu verpassen und umfassende Veränderungsprozesse in Gang zu setzen.

Bild: claudiaarndt/photocase.de

Mutaree-Change-Barometer deckt Schwachstellen des Gesundheitswesens auf

Die Verantwortlichen aus dem Gesundheitswesen stehen vor einigen Herausforderungen. Zu den größten gehören der steigende Kostendruck sowie der Umgang mit steigenden regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen. Aber auch die Digitalisierung und die wachsenden Anforderungen an die Bindung von Talenten hinterlassen ihre Spuren.

Wie das Mutaree-Change-Barometer „Herausforderungen der Gesundheitsbranche 2017-2021“ zeigt, ist es mit einzelnen Maßnahmen nicht getan. Stattdessen sollte man in der Branche jetzt zu umfassenden Veränderungsprozessen greifen, welche deutlich über die Umsetzung herkömmlicher Maßnahmen hinausgehen, betont Martina Oldhafer, Leiterin Change-Management am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Wenn es nach ihr ginge, sei ein grundlegendes Umdenken angebracht. Ansonsten könnte die personal- und kostenintensive Branche an der Finanzierbarkeit oder einem Fachkräftemangel scheitern.

Digitale Weiterbildungsmaßnahmen vorantreiben

Eine große Herausforderung geht mit der Arbeit 4.0 einher. Durch Digitalisierung und Automatisierung haben viele Fachkräfte Nachholbedarf. Für viele scheint eine Weiterbildung im Bereich Gesundheit nun ein notwendiger Schritt zu sein, um im Arbeitsalltag weiterhin bestehen zu können. Um sich den vielen Veränderungen am Arbeitsplatz stellen zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon sind Online-Seminare zu den Themen Future Skills, Projektmanagement und Kommunikation.

Unterstützung für die digitale Fortbildung im Gesundheitssektor gibt es vom Bundesforschungsministerium. Mit einer neuen Förderrichtlinie zur Entwicklung und Erprobung digitaler Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Gesundheitsberufe sollen lange Ausfallzeiten im Gesundheitswesen vermieden werden. Das Ziel: den Umgang mit grundlegenden Veränderungen innerhalb der Gesundheitsbranche zu vermitteln.

Zwar bringe die Digitalisierung große Veränderungen mit sich, böte aber auch viele Chancen, sofern man ihr entsprechend begegne, so Oldhafer. Ein wichtiger Punkt dabei sei das Thema Verantwortungsübernahme. Auch wenn es grundsätzlich richtig sei, dass Organisationen Strukturen und Prozesse hinterfragen, sollten mehr die Menschen in den Fokus gestellt werden. Nur dann, wenn diese neue Kultur von jedem Einzelnen getragen würde, könne sie auch fest etabliert werden.

Steigender Kostendruck zulasten der Patienten

Ebenso wichtig sei es, den steigenden Kostendruck unter Kontrolle zu bekommen. So gaben in der Befragung 45 Prozent der Teilnehmer an, dass diesbezüglich zwar erste Vorbereitungen getroffen wurden, man diese jedoch noch nicht abgeschlossen habe. Das sehen viele skeptisch: Immerhin 16 Prozent sind der Meinung, es sei unwahrscheinlich, dass man den notwendigen Veränderungen gewachsen sei.

Hintergrund: Bereits seit Jahren berichten deutsche Ärzte von einem steigenden Kostendruck. Krankenhausärzte bemängeln, dass dieser ihre Therapiefreiheit infrage stelle und zulasten der Patienten gehe.

Sorge um Ärztemangel wächst

Auch die Sorge um einen steigenden Ärztemangel beschäftigt aktuell das Gesundheitswesen.  Zwar kam es von 2017 auf 2018 zu einem Zuwachs an Ärzten, doch Professor Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, sieht das geringe Wachstum kritisch. Er ist der Meinung, der Zuwachs sei zu gering um damit in Zukunft den Versorgungsbedarf sicherstellen zu können.

Ein weiteres Problem: der Zuwachs an Ärzten ist nicht überall gleich. Besonders gering war das Wachstum in Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen.

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