Geld & Gehalt

Gehalt: Intransparenz schadet Frauen

Transparenz beim Gehalt nützt Frauen. Bild: DancehallCaballero/photocase.de

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Transparenz beim Gehalt nützt Frauen. Bild: DancehallCaballero/photocase.de
Transparenz beim Gehalt nützt Frauen. Bild: DancehallCaballero/photocase.de

Der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen ist umso größer, je weniger die Unternehmen in öffentlichen Stellenanzeigen eine Gehaltsvorstellung nennen. Diesen Zusammenhang legt eine aktuelle Untersuchung der Jobsuchmaschine Adzuna nahe, der mehr als 4,6 Millionen Stellenangebote aus elf Ländern zugrunde liegen.

Die Ergebnisse zusammengefasst:

  • Der Gehaltsunterschied ist umso größer, je weniger Unternehmen in öffentlichen Stellenanzeigen eine Gehaltsvorstellung nennen
  • Deutschlands Nachbarländer – Großbritannien, die Niederlande, Frankreich – zeigen, dass es auch anders geht und weisen weit mehr Gehaltsangaben aus
  • Bald neu in Deutschland: Lebenslauf-Analyse zeigt Nutzern, was sie auf dem Arbeitsmarkt erwarten können

Für die Untersuchung wurde ermittelt, wie viele der auf Adzuna gelisteten Stellenanzeigen in Deutschland und den Nachbarländern Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden konkrete Gehaltsangaben beinhalten. Die Ergebnisse wurden dem länderspezifischen Verdienstgefälle der Gender Pay Gap Analyse von Eurostat (2013) gegenübergestellt.

Konkrete Gehaltsangaben? Mangelware.

Demnach sind nur drei Prozent aller Stellenausschreibungen in Deutschland mit einer konkreten Gehaltsangabe versehen. Entsprechend hoch ist der „Gender Gap“: Männer verdienen hierzulande durchschnittlich 22 Prozent mehr als Frauen. In den Niederlanden weisen mehr als doppelt so viele Jobangebote (7 Prozent) einen Hinweis auf das jeweilige Gehalt aus. Entsprechend geringer ist die Benachteiligung der weiblichen Arbeitnehmer: In unserem Nachbarland verdienen Männer „nur“ 16 Prozent mehr. Noch besser sieht es laut Adzuna-Report für berufstätige Frauen in Frankreich aus: 18 Prozent der Stellenanzeigen weisen eine Gehaltsangabe aus, die männliche „Überzahlung“ beträgt 15 Prozent.

Bald mehr Transparenz mit kostenloser Lebenslauf-Analyse in Deutschland

Um mehr Transparenz zu schaffen, will die Adzuna-Betreiberfirma Adhunter noch in diesem Frühjahr den kostenfreien Online-Dienst ValueMyCV („Bewerte meinen Lebenslauf“) nach Deutschland bringen. Bei dem in Großbritannien bereits erfolgreichen Internetdienst zieht man einfach seinen Lebenslauf auf eine Webseite (die Seite http://try.adzuna.co.uk/value-my-cv/ für britische Lebensläufe) und erhält binnen Sekunden eine statistische Einschätzung über den eigenen „Wert“ auf dem lokalen Arbeitsmarkt. Im ValueMyCV-Herkunftsland Großbritannien ist übrigens bei 93 Prozent der auf Adzuna gelisteten Stellenanzeigen eine Gehaltsinformation vorhanden.

„Mehr Transparenz beim Gehalt ist der Schlüssel zur finanziellen Gleichstellung von Mann und Frau im Beruf“, sagt der Personalexperte Prof. Dr. Walter Gora, Dozent an der International Business School (Thalwill, Schweiz), Verantwortlicher für den Online-Fernstudiengang „Human Resource Management 2.0“ an der Berliner Universität, Chairman Human Resources beim Diplomatic Council und Autor von über 200 Fachpublikationen. Er führt aus:

„Um die Transparenz zu erhöhen, muss es den Menschen leicht gemacht werden, anhand ihrer individuellen Situation schnell, einfach und kostenfrei herausfinden zu können, welches Gehalt auf dem lokalen Markt zu erwarten ist“.

Professionelle Personal-Software für jedermann

Die Berechnung des Marktwertes – in Form des Bruttojahresgehaltes – erfolgt durch eine Lebenslauf-Analysesoftware, die zum Vergleich eine Datenbank aus 50.000 Lebensläufen allein aus Deutschland heranzieht. Mit Hilfe von CV Parsing werden die Ausbildung, Fähigkeiten und berufliche Erfahrung eines Nutzers extrahiert und analysiert. CV Parsing gehört heutzutage in zahlreichen Großunternehmen zum Standard, um schnell maschinell passende Kandidaten auszuwählen. Mit der Einführung von ValueMyCV in Deutschland werden erstmalig auch Arbeitnehmer hierzulande von diesem Prinzip profitieren können.

Adzuna versteht sich als erste Anlaufstelle, um sich nach einer neuen beruflichen Position umzusehen. Im Unterschied zu herkömmlichen Stellenportalen ist Adzuna eine Job-Suchmaschine, über die man Zugang zu den Stellenangeboten aller führenden Portale bekommt – allein in Deutschland werden mehr als 450.000 Stellenangebote präsentiert.

Buchtipps & Links:

Ute Blindert ist chronisch neugierig und liebt die Themen Karriere, Arbeitsmarkt und digitaler Wandel. Darüber spricht sie gern mit und vor Menschen. Wenn sie sportlich gut drauf ist, schwimmt sie an die 10 km in der Woche. Was ihr noch fehlt zum Glück: eine perfekte Rollwende.

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