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Der perfekte Lebenslauf

Lebenslauf. Bild: Eva Wagner

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Möglichst perfekt soll er sein, der Lebenslauf. Gut aussehen, was hermachen und natürlich das Interesse der Recruiter wecken. Vor allem beim letzten Punkt liegst du gar nicht so falsch. Wir zeigen dir, wie du deinen Lebenslauf optimieren kannst. Und sonst: Wer ist schon perfekt?

Sollten Frauen eigentlich irgendetwas bei der Zusammenstellung ihres Lebenslaufs anders machen als Männer? Grundsätzlich: Nein. Die Anforderungen sind die gleichen und auch die Regeln für die Gestaltung eines übersichtlichen Lebenslaufs bleiben bestehen.

Es gibt nur eine Sache, auf die du als Bewerberin achten solltest: Präsentiere dich angemessen. Gerade dann, wenn du denkst: „Soll ich das jetzt hineinschreiben oder wirkt das übertrieben?“, gehört diese Angabe in der Regel dazu! Das können zum Beispiel sein:

  • (sehr) gute Noten und Auszeichnungen als „unter den besten zehn Prozent des Abitur-Jahrgangs“,
  • Stipendien,
  • Förder- und Mentoring-Programme,
  • besondere Projekte und Arbeiten.

Oftmals haben Frauen bessere Abschlussnoten aus Schule und Studium, zeigen es aber weniger, weil sie sich nicht so hervortun möchten. Im Berufsleben kommst du aber nicht wegen guter Noten weiter, sondern weil man deine gute Arbeit wahrnimmt.

Kurz zum Zusammenspiel von: Lebenslauf und Anschreiben.

Das Anschreiben oder auch Motivationsschreiben gehört im deutschsprachigen Raum zu einer Bewerbung dazu. In diesem sollten sich deine Ziele und deine Motivation finden lassen. Um deinen Lebenslauf und dein Anschreiben interessant für Personalmitarbeiter aus Unternehmen zu verfassen, solltest du dich von Anfang an mit Schlüsselwörtern befassen. Schlüsselwörteroder Keywords sind Begriffe, nach denen jeder Leser in deinen Unterlagen fahndet. Bei Ingenieurinnen sind das Wörter wie »Maschinenbau«, »mechanical engineering«, »Konstruktion«, »CAD« oder »Produktion«, bei Informatikerinnen verschiedene Programmiersprachen oder bei Biotechnologen spezialisierte Verfahren.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte dein Profil umfassend zeigen. Er ist so etwas wie deine Visitenkarte, er zeigt – durchaus ausführlich – in Tabellenform auf, was du wann wo wie gelernt und gemacht hast. Beide Dokumente, also Anschreiben und Lebenslauf, beziehen sich aufeinander und sollten auch entsprechend gestaltet sein: Wenn du die Schriftart Times New Roman in 11 Punkt im Lebenslauf verwendest, dann bitte auch im Anschreiben. Und umgekehrt. Auch Stilelemente wie Fettschrift, Unterstreichungen oder Kursivschrift spiegeln sich. So sieht hinterher alles wie aus einem Guss aus.

Checkliste Lebenslauf:

  • Umfang Lebenslauf: bis zu zwei Seiten
  • Umfang Anschreiben: eine Seite höchstens, eine halbe reicht auch
  • gut lesbare Schriftart verwenden, Größe 11/12 Punkt
  • eher nicht mit Farben arbeiten, lieber Auszeichnungen wie Fettschrift, Kursiv oder Unterstreichungen nutzen

Alle Tipps, die du hier zum Lebenslauf lesen kannst, haben nichts mit irgendwelchen Normen zu tun. Die interessieren jetzt mal gar nicht. Es geht nämlich meistens gar nicht darum, wie der Lebenslauf genau gestaltet ist, sondern ob schnell ersichtlich wird, was genau du kannst, was du in welcher Zeit gelernt hast und welche Qualifikationen du mitbringst. Das will dein Gegenüber wissen – und schnell erkennen können.

Aufhübschen hilft nicht … Schlüsselwörter einbauen schon!

Dein Lebenslauf kann noch so schön gestaltet sein, wenn er nicht zur Stelle und zum Unternehmen passt, nützt er dir nichts. Du solltest unbedingt Schlüsselwörter nennen und auch ansonsten darauf achten, dass man sich schnell ein Bild von dir machen kann. Das wird durch eine klare Struktur bei den einzelnen Sta-tionen, einen übersichtlichen Aufbau der ganzen Seite und guten Erläuterungen erleichtert.

Als Aufteilung bei Absolventen hat sich bewährt:

  • Ausbildungsweg, Schule und Studium –
  • Praktische Erfahrungen –
  • Nebentätigkeiten, Tätigkeiten zur Finanzierung des Studiums –
  • Weitere Kenntnisse, Qualifikationen.
Persönliche Informationen und Foto

Eines vorneweg: Du brauchst kein Foto mehr für deinen Lebenslauf! Unternehmen dürfen auch nicht mehr danach fragen.

Aber sei realistisch: Ein Bild wirkt. Es sollte dich professionell und gut aussehen lassen. Offiziell wird kein Unternehmen bestätigen, dass es auf ein Foto oder darauf, wie sich eine Kandidatin präsentiert, Wert legt. Das hängt mit neuen Gesetzen und Richtlinien im Rahmen der EU-Gesetzgebung, dem AGG (Allge-meines Gleichbehandlungsgesetz), zusammen.

In Hintergrundgesprächen wird dann schnell klar: Doch, sie schauen auf das Bild, das ein Kandidat von sich zeigt. Ein Foto sagt auch: Hat die Person verstanden, um was es geht? Die Nuancen sind natürlich fein – und ein gutes Foto allein verhilft dir nicht zum begehrten Job. Aber im Direktvergleich mit anderen Kandidatinnen mit gleichen Qualifikationen kann es helfen, durch ein professionelles Auftreten mit einem guten Foto auf sich aufmerksam zu machen.

An persönlichen Angaben solltest du vor allem deine Kontaktdaten einfügen; auch das Geburtsdatum und der -ort kannst du angeben. Angaben dazu, ob du verheiratet bist oder Kinder hast, gehören selbstverständlich nicht in deinen Lebenslauf. Ebensowenig wie deine Religion und was deine Eltern beruflich machen.

Gutes Foto – persönliche Angaben mit Kontaktdaten – Ausbildungsweg und Praktische Erfahrungen gehören auf die erste Seite

Auf der ersten Seite des Lebenslaufs sollten die zwei Stationen Ausbildungsweg und Praktische Erfahrungen stehen. Zu den praktischen Erfahrungen gehören all die Tätigkeiten, die berufsrelevant sind. Das sind natürlich Praktika, Werkstudententätigkeiten, Tätigkeiten an der Hochschule. Auch ehrenamtliches Engagement kann darunterfallen, falls du hier Erfahrungen gemacht hast, die dir nun weiterhelfen.

Beispiel: Wenn du bei der Organisation eines DIY-Marktes in der Verkäuferbetreuung mithilfst, kannst du dies gut als praktische Erfahrung verbuchen, solltest du später in den Vertrieb wollen. Auch Tätigkeiten, die auf den ersten Blick gar nicht passend wirken, können ein Profil gut abrunden: Hast du zum Beispiel als Maschinenbau-Studentin zur Finanzierung des Studiums in einem Callcenter gejobbt und möchtest nun gern ins Technische Marketing, kannst du eben diese Erfahrung gut als Praxiskenntnis aus dem Vertrieb anführen.

Unter Ausbildungsweg werden alle schulischen und akademischen Qualifikationen aufgeführt. Dazu gehört als Absolventin durchaus noch der letzte Schulabschluss (also meistens das Abitur)und das Studium. Natürlich gehören Freiwilligendienste mit in den Lebenslauf, sonst würde ja eine Lücke entstehen.

Deine wichtigsten beruflichen Stationen und deinen Ausbildungsweg kannst du so auf der ersten Seite darstellen. Es bleibt dir überlassen, ob du chronologisch oder umgekehrt chronologisch vorgehen möchtest. Grundsätzlich hat sich die umgekehrt chronologische Aufzählung bewährt, denn den Arbeitgeber interessieren doch eher die aktuellen Kenntnisse als die Schullaufbahn. In konservativen Unternehmen mag das auch mal anders sein, da musst du einfach selbst eine Einschätzung vornehmen oder auch nachfragen.

Die zweite Seite deines Lebenslaufs

Auf der zweiten Seite deines Lebenslaufs folgen dann deine Jobs, also Nebentätigkeiten während des Studiums, die nichts mit deiner beruflichen Ausrichtung zu tun haben. Die kannst du theoretisch auch weglassen. Wenn du dir damit allerdings dein Studium finanziert hast und dieses dadurch etwas länger gedauert hat, solltest du diese unbedingt erwähnen. Daher ist eine Angabe der Arbeitsstunden pro Woche sinnvoll, denn natürlich macht es einen Unterschied, ob man einen Tag oder zwei Tage pro Woche arbei-tet und trotzdem mit dem Studium weiterkommt. Hier brauchst du nicht besonders detailliert zu beschreiben, was du in deinen Jobs gemacht hast. Es reicht vollkommen, die Zeiträume, die Unternehmensnamen und eine grobe Zusammenfassung zu nennen.

Danach folgen die weiteren Qualifikationen und Kenntnisse. Dazu gehören zum Beispiel Sprach- und EDV-Kenntnisse, aber auch besondere Workshops und Seminare, die du während deines Studiums belegt hast.

Hierbei hat es sich bewährt, eine Aussage über die Tiefe deiner Kenntnisse zu treffen. Bei den Sprachkenntnissen nimmt man am besten folgende Abstufung vor: Grundkenntnisse, gute Kenntnisse, sehr gute Kenntnisse und ver-handlungssicher. Wer es genauer haben möchte, kann hier ruhig die Ergebnisse von Bescheinigungen wie dem TOEFL-Test oder dem Cambridge Certificate anführen. Eine gute Hilfe zur Einstufung ist der Referenzrahmen für den Sprachenpass der EU , mit dessen Hilfe du deine Sprachkompetenz gut selbst einschätzen kannst.
Ebenso gehst du bei deinen EDV-Kenntnissen vor. Auch hier hilft eine Einteilung in Grundkenntnisse, praktische Kenntnisse oder langjährige Anwenderkenntnisse.

Auf Auszeichnungen hinzuweisen sieht nicht nach Angeben aus. Dadurch kannst du dich von deinen Mitbewerbern unterscheiden!

Im Anschluss folgen dann noch Besonderes oder Auszeichnungen. Dazu gehören Stipendien oder besondere Studien- oder Schulleistungen. Wenn du noch etwas zu deinem Ehrenamt oder zu Hobbys sagen möchtest, kannst du diese hier einfügen. Das Ehrenamt kann auch etwas ausführlicher erläutert werden, während die Hobbys nur in Stichworten aufgeführt werden.

Was du je nach Studienfach im Lebenslauf beachten solltest

Natürlich unterscheiden sich die Lebensläufe, je nachdem, welches Fach du studiert hast. Absolventinnen, die von Unternehmen aktiv gesucht werden, wie Ingenieurinnen, Informatikerinnen oder bestimmte Naturwissenschaftlerinnen, können sich darauf konzentrieren, ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse darzustellen. Ein Deckblatt ist in der Regel unnötig. Auch zwei bis drei kleinere Fehler werden toleriert. Je begehrter das Unternehmen wiederum ist, umso mehr musst du dir auch bei deinen Unterlagen Mühe geben.

Willst du dich auf eine der begehrten Stellen im Internationalen Marketing bewerben, solltest du dir keine Fehler erlauben. Die Konkurrenz ist einfach zu groß. Dann solltest du auch darauf achten, dass du ein Foto verwendest, das dich professionell wirken lässt.

Wenn du ins Marketing möchtest, kannst du dir überlegen, ob du deine Bewerbung grafisch gestaltest. Das kann zum Beispiel durch eine etwas andere Aufteilung im Briefkopf geschehen oder durch ein Deckblatt. Die grundsätzlichen Anforderungen bleiben aber dieselben: Übersichtlichkeit bei den praktischen und theoretischen Kenntnissen, klarer Aufbau des Lebenslaufs und ein grundsätzlicher Fokus hin zum Leser.

Angehende Informatikerinnen stehen bei der Gestaltung des Lebenslaufs manchmal vor der Herausforderung, dass sie auf der einen Seite noch nicht viel Erfahrung in Unternehmen sammeln konnten, auf der anderen Seite aber selbständig für zahlreiche Kunden gearbeitet haben. Wer alle Projekte einzeln aufführt, hätte irgendwann einen langen, unübersichtlichen Lebenslauf.

Die Lösung? Eine Projektliste! In einer Projektliste führst du all die von dir bearbeiteten Projekte in tabellarischer Form auf, mit kurzer Erläuterung, Budget-Rahmen, Teamgröße und verwendeten Programmen und Programmiersprachen. So können sich die Adressaten deiner Bewerbung einen schnellen Überblick über deine praktisch erworbenen und angewandten Kenntnisse verschaffen.

Bei Geistes- und Sozialwissenschaften kommt es darauf an, wo du dich bewirbst. Bei großen Unternehmen solltest du dich zunächst an deren Standards halten. Bei sozialen Einrichtungen, Vereinen oder Organisationen liegen die Anforderungen etwas anders. Je nachdem, in welchem Feld sich ein Unternehmen genau engagiert, sollte das Foto zum Beispiel natürlicher und weniger business-orientiert aussehen. Insgesamt kann die Ansprache auch emotionaler sein. Auch hier kann eine Projektliste eine gute Möglichkeit sein, diesmal mit Bildern angereichert.

Dritte Seiten, die nur Floskeln wiederholen, die schon im Anschreiben stehen, braucht kein Mensch. Du kannst aber eine Dritte Seite verwenden, wenn du

• eine Projektliste anfügen möchtest,
• bereits wissenschaftlich publiziert hast,
• etwas sehr ungewöhnliches in deinem Lebenslauf er-läutern möchtest, das sonst keinen Platz findet.

Zum Schluss wird noch Ort und Datum sowie deine Unter-schrift unter deinen Lebenslauf gesetzt. Wenn er online verschickt wird, reichen auch Ort und Datum.

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