Die Jobbörse Stepstone untersuchte in einer Online-Befragung den Verdienst von 60.000 ihrer Nutzer. 60 Prozent davon waren Männer, 40 Prozent Frauen. In der Auswertung wurden nur die Ergebnisse aus Vollzeitstellen berücksichtigt.
Damit fällt ein Hauptargument für die teilweise eklatanten Gehaltsunterschiede weg. Denn oftmals arbeiten Frauen in Teilzeit und verdienen damit natürlich auch weniger. Was hier allerdings den Zahlen nicht zu entnehmen ist, ist der Unterschied bei den Führungspositionen. Wenn mehr Männer Führungsaufgaben ausüben, fließen diese höheren Gehälter in die Durchschnittszahlen mit ein.
Eklatante Unterschiede in Wissenschaft und Medizin
Besonders eklatant sind die Unterschiede bei Ärzten/Medizinern und im Bereich Wissenschaft, Forschung und Lehre. So verdienten Ärztinnen im Durchschnitt 30.000 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen, im Wissenschaftsbetrieb brachten Frauen 18.700 Euro im Jahr weniger nach Hause.
Mögliche Erklärungen könnten hier sein, dass gerade unter den Ärzten die sehr familienunfreundlichen Arbeitszeiten dazu führen, dass Frauen auf wenig lukrative Stelle ausweichen (müssen). In der Wissenschaft fließt sicher mit ein, dass ein Großteil der gut bezahlten Professorenstellen noch mit Männern besetzt ist. Hier nähert sich der Frauenanteil immerhin den 20 Prozent, bei den am höchsten eingestuften C4-Professuren liegt dieser Anteil bei zehn Prozent.
Jammern hilft ja nicht!
Diese Zahlen sich einmal recht verkürzt anzuschauen hilft insofern, dass es die doch recht gewaltigen Unterschiede sehr klar macht. Es lässt sich natürlich noch einiges herausrechnen: Führungsjobs und Jobs ohne Verantwortung, Auszeiten wegen Kindererziehung, Zeiten, in denen nur Teilzeit gearbeitet wurde u.ä. Dann verringert sich der Unterschied auf ungefährt zehn bis fünf Prozent, wie bereits im Artikel zum Equal Pay Day aufgeführt wurde.
Doch letzten Endes bleibt ein Unterschied, der sich nur durch gutes Verhandeln, Mut und auch offenes Ansprechen beheben lässt.
Was sich zum Beispiel beim Verhandeln alles besser machen lässt, erklärt Gehaltsexpertin Claudia Kimich im Interview:
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Nur bei den Top-Models sind Frauen vorn: Frauen- und Männergehälter im Vergleich