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International arbeiten

International arbeiten. Bild: pylonautin/Photocase.de

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Reisen um die Welt und international arbeiten bildet. Die Karriere lässt sich mit Auslandseinsätzen ausbauen – allerdings auch ausbremsen. Was es bei der Planung zu beachten gilt und wie man der „Aus den Augen, aus dem Sinn“-Falle ein Schnippchen schlägt.

Bild: pylonautin/Photocase.de

International Arbeiten: Chancen und Risiken abwägen

Der Umzug in die Fremde sowie internationales Arbeitet lohnt sich. Das sieht Geertje Achterberg bei ihren Klienten: Mit ihrer Firma Talent Profiling Solutions berät sie Firmen und Einzelpersonen bei Personalentwicklung und Karriere – oft im Hinblick auf einen internationalen Arbeitseinsatz. „Selbst wenn er für die Karriere nicht notwendig ist, so wird die gezeigte Flexibilität doch positiv anerkannt“, sagt sie. „Es kommt allerdings auf den richtigen Zeitpunkt an: Ist eine interessante Weiterentwicklung am derzeitigen Standort greifbar, kann ein Auslandsaufenthalt für die Karriere nachteilig sein.“

Neben dem Zeitpunkt spielt bei der Planung das engste Umfeld eine zentrale Rolle: Der Partner muss mitziehen und für sich selbst sowie für seinen Beruf eine klare Motivation zum Umzug haben. So sagt Martina Breitenbach, Leiterin Transfermanagement bei BASF: „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen Auslandsaufenthalt anstreben, müssen die passenden fachlichen, persönlichen und familiären Voraussetzungen mitbringen.“ Neben Sprachkenntnissen und interkulturellem Anpassungsvermögen sei es wesentlich, dass die Familie des Mitarbeiters den Auslandsaufenthalt unterstütze.

Folgen für die Karriere

Egal ob Mann oder Frau: Wer schon Kinder hat, muss sich am Zielort nach Kindergarten, Schule, Babysitter und ärztlicher Betreuung umschauen. Für Frauen fällt die Frage der Familienplanung noch stärker ins Gewicht: Die Reihenfolge von Auslandszeit und Kinderkriegen, Möglichkeiten einer Schwangerschaft im Ausland – jede dieser Entscheidungen hat Folgen für die Karriere.
Klingt alles nach Nachteil? Nicht unbedingt. Frauen, die sich längere Zeit in Vollzeit ums Baby kümmern möchten, können dies im Lebenslauf gleich noch um Auslandserfahrung bereichern, wenn ihr Partner für die erste Zeit nach der Geburt einen Auslandsjob annimmt.

Ob gemeinsam oder solo: Gute Chancen auf einen Auslandseinsatz hat, wer die nötigen Softskills mitbringt. Auch Unternehmen wissen, was Kulturschock bedeuten kann – und schauen auf die innere Einstellung. „Neben der Vielzahl von Möglichkeiten, die sich durch den Auslandseinsatz eröffnen, bedeutet dieser auch eine Umstellung und bringt viele Herausforderungen mit sich“, sagt Martina Breitenbach. „Die Bereitschaft, Änderungen im Lebensstil und den eigenen Gewohnheiten zu akzeptieren, ist daher eine wichtige Voraussetzung.“

Um einen passenden Posten im Ausland zu finden, kann man sich gezielt bei internationalen Unternehmen bewerben. Aber auch deutsche Firmen bieten viele Chancen, ins Ausland zu ziehen: vom mehrwöchigen Auslandseinsatz für ein Projekt über die Entsendung für mehrere Monate oder Jahre bis hin zur endgültigen Versetzung. Wichtig ist stets, einen Arbeitsvertrag abzuschließen, der alle Punkte von Urlaubsfragen bis zu Mietzuschüssen klärt – und zum Beispiel auch, was passiert, wenn das Auslandsbüro verkauft oder geschlossen wird.
Unternehmen, die international aufgestellt sind, halten häufig Programme bereit, mit denen sie Mitarbeiter vor, während und nach der Zeit im Ausland begleiten. Vorab sorgen sie beispielsweise für interkulturelles Training, Sprachkurse und fachliche Vorbereitung, manchmal ist sogar eine Orientierungsreise an den möglichen Einsatzort drin. Zum Schluss bieten manche Firmen Hilfe bei der so genannten Reintegration an – und mittendrin womöglich ein Heimreisebudget. Schließlich ist eines aus der Ferne recht schwierig: Netzwerken.

Unabdingbar: die Kontaktpflege

Deshalb rät Geertje Achterberg, auch private Heimatreisen immer mit einem Besuch im Büro zu verbinden: „Mit einem kurzen Bericht an den bisherigen Vorgesetzten oder andere Verantwortliche bringt man sich wieder positiv in Erinnerung und vermeidet die ‚aus den Augen, aus dem Sinn‘-Falle.“ Auch Vorgesetze im Ausland kann man darum bitten, Rückmeldung über die eigenen Erfolge ans Heimatland zu melden.
Schließlich wählt die Personalabteilung später die neue Position danach aus, welche Erfahrungen und neuen Kenntnisse die Mitarbeiterin aus dem Ausland mitbringt, so Breitenbach. „Daher ist es wichtig, dass die Delegierte und ihre Heimatgesellschaft sich so früh wie möglich über eine neue Aufgabe abstimmen.“
Impfungen, Containerbeiladungen, Wohnungssuche, jede Menge Papierkram: Viele drängende Aufgaben schwirren durch den Kopf derjenigen, die beruflich ins Ausland gehen möchte. Doch das wichtigste Thema bei der Planung liegt viel weiter in der Zukunft: die Rückkehr aus dem Ausland.

Man darf sich nicht darauf verlassen, nach drei Jahren im Ausland eine Etage höher im Bürogebäude zu landen. Einige Firmen befördern diejenigen, die sich in der Zwischenzeit auf eben jenen Fluren tummelten, und die Rückkehrerin muss zusehen, welche Stellen frei sind. „Im letzteren Fall sollte man nach Beendigung des Auslandsaufenthaltes zur Not auch einen Firmenwechsel in Betracht ziehen“, rät Achterberg. Eine adäquate Position gebe es nach der Rückkehr zudem womöglich nur an einem anderen Ort als dem, von dem man gestartet ist. „Mit dieser Unsicherheit sollte man umgehen können und den Auslandsaufenthalt nicht zu naiv planen.“

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